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Wenn die Trader unterwegs sind

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Hallo Leute! Sind die Frankfurter besonders fortschrittlich? Ich weiß nicht, vielleicht. Jedenfalls war das letzte größere Anleger-Event in diesem Jahr voll erfolgreich. Zum 11. Mal die „World of Trading“ (WoT), ein Branchentreff für Profis und Private. Dorthin gehen die modernen, aktiven Börsianer, denen langfristige Fondssparpläne zu langweilig sind. Für die braucht man nur Geduld, guckt die meiste Zeit zu, wie beim Karpfenangeln im Vereinsteich. Fürs Trading in gängigen Währungen, Aktien oder Rohstoffen musst dagegen was tun und ‘ne Menge mehr wissen als Dividendenhöhe und KGV. Auf dem Messegelände von Mainhattan waren vor allem jüngere Anleger zu beobachten, im Schnitt zwischen 18 und 38. Und die sind naturgemäß Computerfreaks, online schwer aktiv, kennen sich in Charts aus und nehmen ihr Tablet auch mit aufs Klo.

Die Messehalle war zeitweise (am Freitag) knall voll, Veranstalter und Aussteller waren  zufrieden. Und die Interaktion, das was die Besucher suchen, hat weiter zugenommen. Denn an fast jedem Stand wurde mit Experten laut diskutiert und / oder aktiv probegehandelt. Überall Computer und Bildschirme in jeder Größe. Nur: Wer als Anfänger das sieht, wird erst einmal überfordert. Trading ist nun mal was anderes, als sich ein paar Aktien auf Jahre hinzulegen. Einen Trading-Software-Anbieter, der gerade in einem Vortrag seine Erfolge mit systematischer technischer Analyse anpries, habe ich gefragt, wer denn die (wirklich extrem komplizierten und überfrachteten) Charts verstehen soll. Antwort: „Wie, was, ist doch klar – und es gibt ja eine Hilfe-Page.“

Trading ist nix für jeden, aber die Fan-Gemeinde scheint auch hierzulande zu wachsen. Doch, ja – man könnte schon wegen des Erfolgs der WoT Frankfurt als Stadt der Trader bezeichnen. Aber Stadt der privaten Anleger ist Deutschlands Finanzzentrum nun „wärklisch näd“ (= hessisch für „wirklich nicht“).

Der kürzlich vorgelegte „Deutschland-Atlas Anlageverhalten“ von comdirect zeigt (für manchen erstaunlich), dass der Süden am klügsten spart. Nicht die Mainmetropole mit dem Sitz vieler Banken und der Europäischen Zentralbank, sondern München ist besonders „kapitalmarktaffin“! Mehr als 17 Prozent der Einwohner in der Weltstadt mit Herz haben ein Aktiendepot, ebenso viele legen in Fondsprodukten an. Der Abstand zu den nächsten Städten ist riesig – Köln folgt mit 12,6 Prozent Aktionärsquote. Unter den 50 größten deutschen Städten sorgt Ristock mit 6,1 Prozent für das Schlusslicht. Und wo landet Frankfurt? Nur auf Platz 10 mit 11,3 Prozent Anteil der Einwohner mit Aktiendepots. Man könnte jetzt eine Parallele zur Tabelle der Fußball-Bundesliga ziehen. Aber ernsthaft, der olle Börsenfuchs empfiehlt allen aktiven Anlegern, sich mit beiden Geldstrategien zu beschäftigen – der langfristigen Aktienanlage und dem kurzfristigen Trading.
Übrigens, nach meiner Beobachtung war die meistdiskutierte Frage der Trader: Wohin geht der Dax? Und die häufigste Antwort (verkürzt): „Nach oben!“

Post an den Börsenfuchs: boersenfuchs@onvista.de

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