Start Onvista News Wenn Draghi tragisch wird

Wenn Draghi tragisch wird

57

Hallo Leute! Statt Jahresend-Rally ein Mini-Crash. Manche von Euch, vielleicht sogar viele, werden seit gestern die Börsenwelt nicht mehr verstehen. Das sind die Intelligenten, denn mit Verstand hat das alles nix mehr zu tun. Sondern mit Herdentrieb. Gestern kurz nach 14:30 Uhr (Beginn der EZB-Pressekonferenz) ging sie los, die Stampede. Noch mal kurz zur Erklärung für junge Menschen, die keine alten Ami-Western mehr gesehen haben: Das Wort Stampede ([stæmˈpiːd], abgeleitet vom gleichbedeutenden mexikanisch-spanischen Wort „estampida“, entstammt dem amerikanischen Englisch und bezeichnet eine unvermittelte Fluchtbewegung innerhalb einer Tierherde, die die gesamte Herde erfasst und diese unkontrollierbar macht. Heutzutage müsste man sagen: Ein paar Algorithmen großer Investoren haben Aktienverkäufe ausgelöst, die ihrerseits andere Algorithmen zum Verkaufen angetrieben haben.

Bekloppte Börsen! Erst ein zitternder Markt zwischen Hoffen und Bangen, dann stürzt der Dax nach Draghis tragisch werdenden Worten in knapp 20 Minuten um 3 Prozent ab, rutscht später noch viel tiefer. Man könnte meinen, die Europäische Zentralbank hätte eine Zinserhöhung beschlossen, begleitet von einer Liquiditätsverknappung. In Wirklichkeit, Ihr wisst es ja, hat sie ihre in Fachkreisen zunehmend umstrittene Geldpolitik weiter gelockert – dabei aber leider nicht die zu hoch gesteckten Erwartungen der Börsianer erfüllt. Spekulation raus, ja. Kurskorrektur, ja. Aber was sich nachmittags abspielte, kann ich kopfschüttelnd nur als „kopflose Herde“ bezeichnen. Bitte keine Panik: Ein Bekannter von mir hat totalen Blödsinn verzapft, als er spätnachmittags wütend anrief und behauptete, da hätten wohl ein paar ganz große „Instis“ (gemeint sind institutionelle Investoren) die Gelegenheit genutzt, um den Markt nach unten zu kloppen mit dem Ziel, wieder günstigere Einstiegspreis zu kriegen.

Halten wir fest: Draghi flutet die Märkte noch länger mit billigem Geld, denn die Inflation ist hartnäckig niedrig, eigentlich nicht existent. Wo ist das Problem für Dax & Co.? Lassen wir an dieser Stelle einmal die Expertenkritik am Kurs der EZB außer Acht – das Gelddrucken und die Null-Zins-Ära finden kein Ende. Das ist absolut anormal, eigentlich verrückt und volkswirtschaftlich voll schädlich. Eine Notlösung droht zum Dauerzustand zu werden.

Die andere Seite ist aber positiv für Sachwertanlagen, insbesondere für Aktien und Immobilien. Ich hoffe, dass sich die Bundesbürger über ihre Sparbücher und Lebensversicherungen nicht mehr nur ärgern, sondern auch was tun. Sie sollten endlich kapieren, dass sie an Unternehmensbeteiligungen und damit an der Börse nicht vorbei kommen, wenn sie Wertzuwachs wollen. Letztlich müsste der gestrige Tag also der Dax-Familie doch den Rücken stärken. Wer das ähnlich sieht, sollte die aktuellen Kurse nutzen. Bei der Gelegenheit erneut mein Tipp: Schenkt Kindern und Enkeln Aktien- oder Aktienfondssparpläne zu Weihnachten!

Post an den Börsenfuchs: boersenfuchs@onvista ( Zum Testbericht).de

Quelle: OnVista ( Zum Testbericht) (www.onvista.de)

TEILEN
Vorheriger ArtikelJetzt bei Aktien nachkaufen?
Nächster ArtikelÄnderungen im MDAX, SDAX und TecDAX
Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.