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„Wie der Euro in den Himmel kam“

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Euro-Zeichen vor EZB
"Kein Preisanstieg, Null-Inflation - Mit Himmels-Euro geht das schon!“

Hallo Leute! Ganz schön enttäuschend, die vergangenen Tage. Und das war eben nicht China oder der Ölpreis – es war die wachsende Nervosität vor dem Mittwoch, wenn die Fed – hoffentlich! – die Zinswende beschließen wird. Noch müssen wir die Hoffnung auf eine flotte Jahresschluss-Rally nicht beerdigen!

Heute aber nicht Janet Yellen, sondern Mario Draghi und der liebe Gott. Ein guter Freund hat mir die soeben aktualisierte Fassung seines ironisch-christlichen Gedichts von 2012 geschickt. Ich finde das Poem so gut, dass ich es Euch nicht vorenthalten möchte. Der Titel: „Wie der Euro in den Himmel kam.“

Dezember zog ins Weihnachtsland, als Niklas vor dem Herrgott stand, der machte sich an diesem Morgen um Konjunktur und Euro Sorgen: „Ob China, Ölpreis, ob VW und dann der Terror – das tut weh. Was ist bloß los auf dieser Welt? Braucht sie zur Rettung noch mehr Geld?

Der Nikolaus verzieht den Mund: „Ja, Vater, das ist nicht gesund! Wir sollten uns nicht länger zieren und denen helfen beim Sanieren. Denn sonst droht eine Rezession dazu auch noch die Deflation.“

Gott spricht: „Jetzt ist Europa dran. Fahr hin und treff‘ die Number One!“ „Meinst Du etwa die Kanzlerin?“ „Nein, fahr nach Frankfurt, nicht Berlin! Besuch‘ den Draghi, der ist wichtig, und sag‘ ihm, er macht alles richtig. Auch wenn Experten ängstlich zucken: Die EZB soll weiter drucken! Und warne ihn, bei aller Liebe, dass die EU wird Euro-müde!“

Der Nikolaus mit Pferdeschlitten umfährt Franzosen, Spanier, Briten. Bei Draghi war’s zunächst bequem, doch dann ein technisches Problem: Die Geldmaschine, heiß vom Drucken, begann bedenklich aufzumucken. „Deshalb“, sprach Draghi, „für die Armen mag sich der Herrgott doch erbarmen und himmlische Liquidität uns schicken – noch ist’s nicht zu spät!“ Nikolaus nickt: „Der Währungsbund mit Gottes Hilfe wird gesund.“

Geschwind tritt Nikolaus sodann im Schlitten seine Rückfahrt an, berichtet Gott, dass Draghis Geld nicht reicht als Motor unsrer Welt. Dann hat der Herrgott den Gedanken: „Wir drucken selbst, ganz ohne Schranken. Damit die Wirtschaftswunden heilen, wirst Du das Geld global verteilen! Bezahlen? Bald ist alles frei, ein jeder hat dann Geld wie Heu. Nie wieder gibt es hohe Schulden, nie mehr sind Pleiten zu erdulden. Und selbst, wer keine Arbeit hat, hat Geld en masse, wird immer satt. Kein Preisanstieg, Null-Inflation – Mit Himmels-Euro geht das schon!“

Der Nikolaus weint fast vor Glück: „Fürwahr, ein göttlich Meisterstück! Nicht alles Gold auf dieser Welt hat so viel Wert wie Gottes Geld!“

Post an den Börsenfuchs: boersenfuchs@onvista.de

Quelle: OnVista (www.onvista.de)

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