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Zwischen Blogs, Apps – und Börsentagen

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Hallo, Leute! Seid Ihr eigentlich ganz normale, brave Bürger oder gehört Ihr zu den „Digital Natives“? Das sind die heute 18- bis 34-Jährigen, die mit Internet und Handys aufgewachsen sind. Vielleicht zählt Ihr Euch auch zu den „Early Adopters“, die altersunabhängig besonders „technikaffin“ (geiles Wort!) sind und sich immer die neuste Technik anschaffen. Jedenfalls hat die Postbank alle drei Gruppen jetzt mal unter die Lupe genommen: Mit der Studie „Der digitale Deutsche und das Geld“ wird untersucht, wie sich die Bedürfnisse und das Verhalten moderner Bankkunden verändern und was die Bank der Zukunft leisten muss. Ein echt spannendes Thema, denn da denkt man ja gleich an den Frust wegen schlechter Beratung (nicht bei der Postbank) oder an den Trend zum Selbstentscheider – man nutzt deshalb online und entscheidet über Sparen und Anlegen selbst.

Die Technik-Freaks informieren sich über Bankprodukte in Blogs, Finanz-Apps und den sogenannten sozialen Medien. Das sollte man vermuten. Aber: Überraschung! Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus. 87 Prozent der besonders digitalen Deutschen schwören auf das persönliche Gespräch und die Beratung in ihrer Bankfiliale. Hey, das kann doch wohl nicht wahr sein! Und dann haut’s mich alten Fuchs wirklich um: Auch die Annahme, die Technikliebhaber seien experimentierfreudiger bei ihrer Geldanlage, wird durch die Studie widerlegt, denn diese Gruppe zeigt sich „überdurchschnittlich sicherheitsorientiert“: Ob Sparbuch, Tagesgeld oder Bausparvertrag – die digitalen Deutschen investieren stärker in sichere Anlageprodukte als der Durchschnittsbürger. Aktien besitzt in beiden Gruppen übrigens nur jeder Sechste.

In dieser bemerkenswerten Studie wurden mehr als 6.000 Bundesbürger befragt, darunter 3.000 Vertreter digitalaffiner Zielgruppen. Ich kann’s immer noch nicht glauben – 87 Prozent wollen das persönliche Gespräch in der Bank. Das Dumme ist nur, dass du in immer mehr Filialen gar keine richtige Beratung mehr kriegst! Vor allem Sparkassen und die Genossen machen erstens viele kleine Läden dicht und zucken zweitens beim Thema Anlageberatung nur mit den Achseln. Manche Häuser, darunter auch ganz schön Große, konzentrieren sich auf Investmentfonds, streichen die Beratung zum Beispiel in einzelnen Aktien.

Damit das klar ist: So alt ich auch bin – ich mache fast jede technische Neuerung mit, bin aber ein Mensch, äh, ein Fuchs, der lieber mit anderen Menschen spricht und diskutiert, als dauernd nur auf mehr oder weniger kleine Displays zu starren. Deshalb heute mein voll heißer Tipp: Wenn auch Ihr digitalen Mitbürger den Kontakt, das Fachgespräch sucht – nutzt die jetzt beginnende Saison der Anlegerveranstaltungen! Am Samstag geht’s los mit dem „Börsentag kompakt“ in Stuttgart (nicht zu verwechseln mit der Anlegermesse „Invest“). Am Samstag danach folgt der Börsentag in Frankfurt am Main. Auch ich werde mich da rumtreiben, um Stimmungen und Meinungen zu sammeln. Ich bin aber getarnt, meine Freunde, Ihr werdet mich also nicht erkennen. Das macht gar nix, denn es werden wirklich gute Leute dort auftreten. Auf geht’s!

Post an den Börsenfuchs: boersenfuchs@onvista ( Zum Testbericht).de

Quelle: http://www.onvista.de/news/zwischen-blogs-apps-und-boersentagen-13096715

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