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Transparenzoffensive zeigt Wirkung

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Die Sorge um Swap-basierte ETFs ist merklich zurückgegangen, jedoch bevorzugen Privatinvestoren weiterhin mit einer deutlichen Mehrheit physisch replizierende Produkte. Die Ergebnisse der Morningstar ETF-Umfrage 2013.

Obwohl die ETF-Industrie 2012 viel in puncto Aufklärung geleistet hat und durch die neuen Richtlinien der EU-Wertpapieraufsicht ESMA die Diskussion um die Risiken in Swap-basierten ETFs ad acta gelegt werden sollte, sehen private Anleger in diesem Punkt weiterhin Handlungsbedarf. Von den Investoren, die sich noch unsicher sind, ob sie in Zukunft in ETFs investieren werden, gaben 33 Prozent an, dass sie sich über die Risiken von synthetischen ETFs nicht ganz im Klaren sind. 30 Prozent der Privatinvestoren mangelt es ebenfalls am nötigen Know-how. Selbst professionelle Investoren scheinen diesbezüglich nicht gut informiert zu sein. 43 Prozent der Profis, die noch unentschlossen bezüglich einer zukünftigen ETF-Anlage sind, gaben sich unsicher über die Risiken von Swap-basierten ETFs.

Professionelle Anleger, die sich über eine ETF-Anlage noch unsicher sind, scheinen zunehmend aktive Fonds zu bevorzugen. Hatten sich bei unserer letzten Umfrage noch 33 Prozent der Befragten für aktives Management ausgesprochen, sind es mittlerweile 71 Prozent. Bei Privatanlegern hat sich das Bild hingegen kaum verschoben.

Ungeachtet des nach wie vor bestehenden Aufklärungsbedarfs scheinen die Bemühungen der ETF-Anbieter um mehr Transparenz in den letzten 18 Monaten Wirkung zu zeigen. In unserer vorherigen Umfrage vom Januar 2012 waren noch über die Hälfte der Befragten „eher besorgt“ oder „sehr besorgt“ bezüglich des Kontrahentenrisikos bei Swap-basierten ETFs; mittlerweile sind es „nur“ noch 43 Prozent; dagegen zeigen sich 55 Prozent der befragten Investoren kaum oder nicht besorgt. Aber auch bei der Frage, wie wichtig eine Unterscheidung zwischen den Replikationsmethoden ist, werden die Investoren zunehmend agnostisch. Waren letztes Jahr für 21 Prozent der Befragten der Unterschied nicht so wichtig, legen mittlerweile 33 Prozent wenig Wert auf den Unterschied bei ihrer Anlageentscheidung.

Kosten sind das A und O

Obwohl sich einige Investoren immer noch nicht ausreichend über die unterschiedlichen Konstruktionsmethoden bei ETFs und deren Risiken informiert fühlen, bleiben diese Anlagen aufgrund ihrer Vorteile bei derzeitigen und potenziellen Investoren sehr beliebt. Besonders die niedrigen Kosten sind das ausschlaggebende Kriterium für Investoren: Nahezu 100 Prozent der derzeitigen Investoren und 95 Prozent der potenziellen Investoren gaben an, dass die geringen Kosten eine wichtige oder sehr wichtige Eigenschaft sind, die ihre Entscheidung beeinflusst, in ETFs zu investieren.

Der Vorteil der niedrigen Kosten wird heute von mehr Investoren als kritischer Faktor eingeschätzt. Anfang 2012 hatten noch 78 Prozent der Investoren bzw. 76 Prozent der potenziellen Investoren die Bedeutung der niedrigen Kosten als Faktor hervorgehoben.

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Berater spielen kaum eine Rolle

Geringe Kosten alleine reichen anscheinend nicht. Nahezu 70 Prozent der professionellen Anleger investieren weniger als 50 Prozent ihrer Portfolios in ETFs. Erfreulich ist jedoch, dass nur 4 Prozent überhaupt keine ETFs halten. Bei den Privatinvestoren sieht das Bild sehr ähnlich aus. Laut unserer Umfrage sind knapp über 70 Prozent der Portfolios mit weniger als 50 Prozent in ETFs bestückt, wobei 2 Prozent überhaupt keine ETFs besitzen. Insgesamt haben aber 75 Prozent der Befragten bereits in der Vergangenheit in ETFs investiert.

Ganz interessant ist zudem, dass nur 4 Prozent der Privatanleger ihr Geld einem Berater anvertrauen. Gleichzeitig haben jedoch 45 Prozent der Befragten ein Portfolio im Wert von über 100.000 Euro. Selbst Portfolios mit über 1 Mio. Euro werden von manchen Investoren selbst gemanagt. Laut unserer Umfrage managen 92 Prozent der Befragten ihr Portfolio selbst. Es scheint, dass nur wenige Anleger der Meinung sind, dass eine professionelle Beratung Mehrwert schafft.

db X-trackers am bekanntesten

Bei den Anbietern haben die meisten der Befragten db X-trackers als bekannteste Marke bezeichnet, gefolgt von den üblichen Verdächtigen iShares und Lyxor. Ungefähr ein Viertel derer, die sich äußerten, haben einen positiven Eindruck von den Top-3-Anbietern Europas. Darüber hinaus besitzen ca. 60 Prozent der Investoren db X-trackers oder iShares- Produkte, lediglich 43 Prozent besitzen hingegen Lyxor ETFs.

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Weniger bekannt sind hingegen Source und EasyETF, zu denen sich weniger als die Hälfte der Befragten geäußert haben. Lediglich 6 Prozent der Anleger gaben an, Source ETFs zu besitzen, wobei 80 Prozent zumindest von den Namen gehört haben. Bei dem französischen Anbieter EasyETF schaut es ganz ähnlich aus. Laut unserer Umfrage besitzen 11 Prozent ETFs von EasyETF und 78 Prozent haben bereits von dem Anbieter gehört.

An der dritten Morningstar ETF Center- Umfrage in Deutschland nahmen 366 Investoren teil. 330 der Befragten sind private Anleger und die restlichen 36 professionelle Investoren. Die Umfrage richtete sich an Anleger, die bereits in ETFs investiert haben, und an potenzielle Investoren, die sich noch mit dem relativ neuen Investment-Segment auseinandersetzen.

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