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Wirtschaftslokomotive China nimmt wieder Fahrt auf

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Zuletzt veröffentlichte Konjunkturdaten im Reich der Mitte deuten darauf hin, dass die zweijährige Konjunkturdelle 2013 überwunden ist. Mit den vor wenigen Wochen neu von db X-trackers aufgelegten Subindizes des CSI 300 Index können Anleger nun auch auf Branchen setzen,

die ganz besonders vom prognostizierten Wirtschaftsaufschwung profitieren.

Anleger, die in den vergangenen zwei Jahren auf chinesische Aktien gesetzt haben, wurden angesichts niedrigerer Renditen als in vielen anderen Industriestaaten eher enttäuscht. Chinas Wirtschaft litt unter den Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Verschuldungskrise. Exporte gingen zurück, „Made in China“ ist nicht mehr so gefragt wie in der Vergangenheit. Doch dank der Ankurbelung der Binnenkonjunktur sowie immenser Investitionen in die Infrastruktur nimmt Chinas Wirtschaft nun wieder Fahrt auf. Das belegt auch Chinas Einkaufsmanagerindex, der im Dezember von 49 auf 50,3 Punkte gestiegen ist. Leichte Erholungstendenzen gibt es auch bei den Exporten. Die Industrieproduktion legte im Dezember 10,3 Prozent zu, die Einzelhandelsumsätze steigerten sich um 15,2 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im 4. Quartal 2012 um 7,9 Prozent. Für 2013 prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Wirtschaftsplus von 8,2 Prozent und für 2014 von 8,5 Prozent. Damit können zwar nicht die zweistelligen Wachstumsraten der zurückliegenden Jahre erreicht werden, aber dennoch wächst das Land weitaus schneller als die meisten Wirtschaften der Welt.

Konsumgüterindustrie dürfte von wachsendem Binnenkonsum profitieren

Erste Handelsketten setzen mittlerweile auf Expansion, nachdem die Regierung verkündete, insbesondere die Einkommen der unteren Schichten massiv zu stärken. Davon dürfte insbesondere die Konsumgüterindustrie profitieren. So werden beispielsweise voraussichtlich im Jahr 2020 in China mehr Autos zugelassen als im bisher größten Automarkt der USA. Und es werden im Reich der Mitte mehr Autos vom Band rollen als in ganz Europa. Ebenso profitieren werden Produzenten anderer langlebiger Konsumgüter wie der Unterhaltungselektronik, Handys und anderer Luxusprodukte. Laut einer Studie von Roland Berger dürfte bereits im Jahr 2015 der Anteil Chinas am globalen Markt von Luxuskonsumgütern bei rund 40 Prozent liegen. Wer es sich leisten kann, setzt auf bekannte westliche Marken.

Immobilienmarkt mit hohen Renditeerwartungen

Bemerkbar macht sich der wachsende Reichtum auch am Immobilienmarkt. Der Run auf Immobilien erreichte im Jahr 2011 seinen Höhepunkt. Immer mehr kaufwillige Chinesen trieben die Immobilienpreise in exorbitante Höhen. Doch die Wohnungen wurden immer unbezahlbarer, ähnlich wie in Spanien oder den USA platzte dann die Immobilienblase, die Preise brachen ein. Doch mit dem neuen Aufwärtstrend steigen nun die Preise wieder. Die Immobilienverkäufe legten gegenüber dem Vorjahresraum um 9,5 Prozent zu. In manchen Gegenden standen die Käufer Schlange. Und dies trotz umfangreicher Maßnahmen der Regierung wie ein Verbot von Drittwohnungen oder die Einführung einer Grundsteuer im Pilotprojekt in einzelnen Regionen. Mancher Analyst befürchtet deshalb schon wieder neue Spekulationsblasen.

Gesundheitsversorgung wird massiv ausgebaut

Die Ein-Kind-Politik mit den Problemen von Überalterung und zunehmende Wohlstandskrankheiten wie Diabetes, Krebs und Bluthochdruck machen sich auch in China bemerkbar. Doch noch immer steckt die Gesundheitsfürsorge in den Kinderschuhen. Während in Japan die Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben 3.754 US-Dollar betragen, liegen sie in China gerade einmal bei 191 US-Dollar. Triebkraft war die Gesundheitsreform von 2009, die vorsah, dass innerhalb der nächsten Jahre 90 Prozent aller Chinesen krankenversichert sind. Zudem wurde ein Grundversorgungssystem etabliert, wofür die Regierung in den kommenden Jahren 125 Mrd. US-Dollar ausgeben wird. Davon profitiert die einheimische Pharmaindustrie, die mit selbst für chinesische Verhältnisse überdurchschnittlichen Wachstumsraten von 15 bis 20 Prozent zu einem der weltweit am stärksten wachsenden Pharmamärkte gehört. Hohe Forschungsausgaben in Investment Hightech-Zentren bewirkten, dass chinesische Pharma-Unternehmen schon lange nicht mehr nur die verlängerte Werkbank westlicher Industriestaaten sind, sondern selbst eigene Medikamente entwickeln. Bereits jetzt ist China der drittgrößte Markt für Medikamente und Medizinprodukte.

Mehr Wachstum, mehr Energie

Die schwache Konjunktur in den vergangenen Jahren machte sich auch bei den Erträgen von Energieversorgern bemerkbar. Deren Aktien gaben im vergangenen Jahr im Schnitt rund 15 Prozent nach. Steigt jedoch das Wirtschaftswachstum wieder an, nimmt auch der Bedarf an Energie zu. Nach einem vorübergehenden Baustopp für Atomkraftwerke infolge der Nuklearkatastrophe Fukushima setzt das Land nun wieder auf Atomstrom. Ein Großteil der erzeugten Energie wird jedoch immer noch aus Kohle gewonnen. Verstärkt werden aber auch die Bemühungen um alternative Energiequellen. So plant die Regierung in Peking zusätzliche Erneuerbare-Energien-Projekte mit einer Gesamtleistung von 49.000 Megawatt. Für Solarprojekte gibt es Steuererleichterungen. China verfügt über die meisten Wasserkraftwerke der Welt und ist der weltgrößte Markt für Windkraftwerke.

Banken überraschen positiv

Durch das starke Wirtschaftswachstum wächst natürlich auch die Bankenlandschaft. Allerdings gelten Aktien chinesischer Banken seit Jahren als Risikoinvestment. Der Grund: Die riesigen Konjunkturprogramme wurden meist als Kredite an Unternehmen und Finanzierungsgesellschaften über staatliche Banken abgewickelt. Ein Großteil der Kredite gilt als notleidend und könnte in den kommenden Jahren abgeschrieben werden. Doch Skeptiker wurden bei Vorlage der jüngsten Bankenbilanzen eines Besseren belehrt. Die Gewinne großer namhafter Banken stiegen um 15 bis 20 Prozent. Bei zuletzt stagnierenden Aktienkursen und gleichzeitiger Vervierfachung der Gewinne sanken die Kurs-Gewinn-Verhältnisse auf ein sehr lukratives Niveau.

ETFs auf Branchenindizes des CSI 300

Damit Anleger hierzulande auf spezielle Branchen in China setzen können, legte db X-trackers vor kurzem ETFs auf die Subsektoren des CSI 300 Index auf. Investiert werden kann dabei auf die erwähnten Branchen Konsumgüter (WKN: DBX0M7), Gesundheit (WKN: DBX0NA), Immobilien (WKN: DBX0M8), Energie (WKN: DBX0M9) sowie Banken (WKN: DBX0M6). Der CSI 300 bildet die wichtigsten A-Aktien der chinesischen Börsen in Shanghai und Shenzhen ab. Die Indizes werden synthetisch repliziert, Erträge werden thesauriert. Die Gesamtkostenquote beträgt jeweils 0,50 Prozent.

Fazit:

Anleger sollten jedoch wie bei allen Branchen- ETFs berücksichtigen, dass sie aufgrund der fehlenden Diversifikation über verschiedene Branchen hinweg ein höheres Anlegerrisiko eingehen. Kommt es zu Kursverlusten in der betreffenden Branche, kann dies nicht wie bei breiter angelegten Indizes durch Gewinne eines anderen Sektors ausgeglichen werden. Anleger sollten sich deshalb vor einem Investment genau über mögliche Risiken informieren.

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