Was ist ein ETF?

Was ist ein ETF?

Was ist ein ETF? Wir sagen es Ihnen.
Hier erfahren Sie was ETFs sind und wie sie funktionieren.

Ein ETF (englisch: Exchange Traded Funds) ist ein börsengehandelter Indexfonds, der einen bestimmten Index abbildet. Damit ist gewährleistet, dass sich die Performance des Fonds immer parallel zum Index entwickelt. Was ist ein ETF? Wir beantworten diese Frage.

Wie funktioniert ein ETF?

Jedem ETF liegt ein Index zugrunde, den das Produkt abbildet. Auf diese Weise kommen ETFs ohne Fondsmanager aus. Welche Anlagen im ETF stecken, legt einzig und allein das Regelwerk des jeweiligen Index fest. Für Anleger bedeutet das Transparenz und Kostenvorteile, doch dazu später mehr. Um seinen Index so exakt als möglich abzubilden, gibt es bei ETFs zwei Replikaitonsmöglichkeiten: Die physische und die synthetische Replikation.

Physische Replikation:

Die physische Replikation wird auch direkte oder vollständige Replikation genannt. Dabei kauft der ETF-Anbieter alle Titel, die im zugrunde liegenden Index stecken selbst. Bei einem physisch replizierenden DAX-Index wären dies die dreißig größten am deutschen Kapitalmarkt notierten Unternehmen. Bei großen Indizes kommt darüber hinaus oft das Sampling zum Einsatz. Dabei werden nur diejenigen Titel aus einem Index tatsächlich physisch erworben, die auch den größten Einfluss auf den Kurs des Index haben. Die physische Replikation hat sich in den vergangenen Jahren gegenüber der synthetischen Replikation durchgesetzt.

Synthetische Replikation

Die synthetische Replikation heißt auch indirekte Replikation und wird über eine Art Tauschgeschäft umgesetzt. Dabei sucht sich der ETF-Anbieter einen Kontrahenten und schließt mit diesem einen Vertrag (Swap). Der Vertragspartner verpflichtet sich darin, die Entwicklung des gewünschten Index zu garantieren. Obwohl synthetische ETFs in der Regel kostengünstiger sind und weniger vom Referenzindex abweichen (Tracking Error), sind sie zuletzt in der Gunst der Anleger gesunken. Hintergrund ist das Kontrahenten-Risiko: Fällt der Vertragspartner des ETF-Anbieters aus, bricht auch das Lieferversprechen weg.

Grundsätzlich gilt: ETFs sind genauso einfach und effizient handelbar wie börsennotierte Aktien. Die Produkte sind dennoch wie traditionelle Investmentfonds den geltenden Investmentgesetzen unterstellt und bieten dem Anleger daher besonderen Schutz und die Risikodiversifikation eines ausgewählten Marktes.

In diesem kurzen Video von iShares wird die Funktionsweise von ETFs kurz erläutert. Sie erfahren darin wie ETFs funktionieren, wie ETF-Anteile entstehen und wie der Handel von ETFs funktioniert.

Video: Was ist ein ETF? Exchange Traded Funds einfach erklärt

ETFs sind hochpräzise Anlageinstrumente. Sie spiegeln den jeweiligen Index am genauesten wider. Der Tracking Error ist gering, das Pricing fair und effektiv, da Marktungleichgewichte durch Arbitragegeschäfte ausgeglichen werden. Die Auflegung der ETFs erfolgt nach den geltenden Investmentgesetzen. Das bedeutet eine exakte Abbildung der Indexstruktur, was herkömmliche Fonds nicht zulassen.

Warum sollten Sie in ETFs investieren?

Der Markt für ETFs wächst Jahr für Jahr – nicht ohne Grund! Gegenüber aktiv verwalteten Fonds bieten ETFs handfeste Vorteile. Einer davon wiegt gerade in Zeiten niedriger Zinsen schwer: der Kostenvorteil! Da ETFs ohne Fondsmanagement auskommen und sich an einem vorher definierten Regelwerk orientieren, sind die laufenden Kosten bei ETFs deutlich geringer als bei aktiven Fonds. Gerade in Zeiten knapper Renditen können bereits 50 Basispunkte (0,50 Prozent) über Gewinn oder Verlust entscheiden.

Ein weiterer Vorteil von ETFs ist deren Einfachheit. Wer in ETFs investiert, weiß immer ganz genau, was er im Depot hat. Das ist bei vielen anderen Finanzprodukten gar nicht so selbstverständlich. Bei ETFs sind die Positionen dagegen ständig einsehbar. Anleger erleben so keine bösen Überraschungen und haben zudem Vorteile bei der langfristigen Finanzplanung. Der Investment-Grundsatz, wonach man nicht alle Eier in einen Korb legen soll, lässt sich dank transparenter ETFs besonders einfach umsetzen. Wer weiß, wo er investiert ist, kann leichter ein ausgewogenes Portfolio zusammenstellen.

Ganz nebenbei sind ETFs als börsengehandelte Indexfonds sehr flexibel. Zu Börsenzeiten kann man jederzeit ETFs kaufen und verkaufen und bekommt auch gute Konditionen geboten. Bei vielen kleineren Fondsprodukten ist das anders. Wer Fondsanteile an die Fondsgesellschaft zurückgeben muss, verliert schnell ein paar Tage und hat am Ende häufig einen schlechten Kurs. Selbst an der Börse gehandelte Anteile aktiv verwalteter Fonds lassen sich häufig nur schleppend zu Geld machen. Anders bei ETFs. Hier sorgen Market Maker dafür, dass der Handel brummt. Das bietet Anlegern ein Höchstmaß an Flexibilität. Und da ETFs keine Ausgabeaufschläge kennen, können Investoren die Produkte auch viel aktiver handeln.

Vorteile von ETFs:

  • geringe Kosten
  • Einfach und Transparent
  • eignen sich für Selbstentscheider
  • gute Handelbarkeit

Nachteile von ETFs:

  • Keine Überrenditen gegenüber Index möglich
  • Anleger muss sich selbst um Anlage kümmern
  • Funktionsweise des Index muss verstanden werden

Wer bietet ETFs an?

Der Markt für ETFs ist über die Jahre auch in Deutschland stark gewachsen. Immer mehr Anbieter konkurrieren um Kundengelder. Dieser Wettbewerb hat den Bedingungen für Investoren sichtbar gut getan: Nicht nur die Zahl der ETFs steigt Jahr für Jahr, es kommen zunehmend auch „intelligente“ Indizes dazu, die als so genannte Smart-Beta-ETFs die Brücke zwischen passiven Investmentprodukten und aktiv verwalteten Fonds schlagen. Doch wer sind eigentlich die größten Anbieter?

Bereits 1970 konstruierte State Street Global Advisors in den USA den ersten Indexfonds. Noch heute ist der Anbieter unter der Marke SPDR weltweit vertreten. Das Argument für ETFs war damals das Gleiche wie heute: Die moderne Portfoliotheorie, für die der Wirtschaftswissenschaftler Harry Markowitz den Nobelpreis erhalten hat, sieht vor, dass sich Risiken am Kapitalmarkt kontrollieren lassen, wenn man Investments möglichst breit streut. Indizes bündeln oft hunderte Wertpapiere und lassen sich mittels ETFs einfach abbilden. Die Produkte passen damit perfekt zum Grundprinzip der modernen Geldanlage.

Die größten ETF-Emittenten in Deutschland sind heute iShares des US-Vermögensverwalters BlackRock und db X-trackers der Deutschen Asset Management. Auf den Plätzen folgen Lyxor ETF, UBS ETF, Amundi ETF, Vanguard, Source, Comstage und Deka. In bestimmten Nischen, wie beispielsweise Smart Beta, tummeln sich noch weitere kleinere Anbieter. Hier finden Sie eine Liste mit allen in Deutschland aktiven ETF-Anbietern.

Liste der ETF-Anbieter
In Deutschland gibt es zahlreiche ETF-Anbieter.

Wie kann man ETFs kaufen?

Um ETFs kaufen zu können, benötigen Anleger lediglich ein Wertpapierdepot. Wie auch Aktien, Publikumsfonds oder Anleihen, haben ETFs eine Wertpapierkennnummer (WKN) und eine ISIN. Darüber lässt sich ein ETF eindeutig identifizieren und handeln. Um ETFs zu kaufen, sind lediglich wenige Klicks nötig. Nachdem Anleger bei einem Onlinebroker angemeldet sind, funktioniert der Kauf eines ETFs wie auch bei einer Aktie über die jeweilige Ordermaske. Hier wird der ETF ausgesucht, Anzahl der Anteile, Limite und Handelsplätze eingegeben und schon kann die Order abgeschickt werden.

ETF-Handel funktioniert börslich oder außerbörslich

ETFs lassen sich sowohl an der Börse als auch außerbörslich handeln. Anleger wählen am besten einen Handelsplatz aus, auf dem es zum jeweiligen ETF auch Umsätze gibt. Gängige Handelsplätze für ETFs sind Xetra, Frankfurt oder auch die Börse Stuttgart. Hinzu kommen außerbörsliche Handelsplätze, die Online-Broker ihren Kunden anbieten. Neben dem Kauf von ETFs in größeren Tranchen können Sparer auch Sparpläne nutzen, um regelmäßig kleinere Beträge in ETFs zu stecken. So gelingt es, langfristig Vermögen aufzubauen und dank des Mischkurs-Effekts ETFs zu günstigen Konditionen zu besparen.

Da ETFs einfach und vor allem transparent sind, können Privatanleger mit nur wenigen ETFs ausgewogene Portfolios aus verschiedenen Anlageklassen zusammenstellen. Ergänzt um Sparpläne wird der langfristige Vermögensaufbau zum Kinderspiel. Und falls Anleger einmal Kapital abziehen möchten, funktioniert der Verkauf von ETF-Anteilen genau so einfach, wie bereits der Kauf. So bleiben Sparer flexibel.

Wie viel kosten ETFs?

ETFs zeichnen sich durch eine günstige Gebührenstruktur aus. Es fallen beim Erwerb von ETFs über die Börse keine Ausgabeaufschläge an und auch die Transaktionskosten sind vergleichsweise gering. Die im Börsenhandel übliche Geld-Brief-Spanne liegt zwischen 0,05 und 0,5 % und die laufende Verwaltungsvergütung ist aufgrund des passiven Managements geringer als bei klassischen Fonds. Eine wichtige Kennzahl in Punkte Gebühren ist die Total Expense Ratio (TER). Die TER ist eine in der Fonds- und ETF-Branche fest definierte Kennzahl und gibt die Gesamtkostenquote eines ETFs an. Darunter fallen u.a. die Verwaltungsgebühren, Kosten für Wirtschaftsprüfer und Depotbank. Die Kennzahl TER wird einmal pro Jahr rückwirkend für vollständig abgeschlossene Geschäftsjahre berechnet.

Vergleich der Kosten von aktiven Fonds und ETFs

Publikumsfonds ETF
Ausgabe-
aufschlag
Aktienfonds: 5 – 6 %
Rentenfonds: 3 %
Multi-Asset-Fonds: 3 – 5 %
Immobilienfonds: 5 %
kein Ausgabeaufschlag
Jährliche Management-
gebühr
1 – 2 % 0 – 1 %
Standard-ETFs: 0,08 – 0,16 %
Exotische ETFs: 0,30 %
Komplexe-ETFs: bis 1 %
Performance-
gebühr
bis zu 20 % keine
Kauf und
Verkauf über Börse
Bankprovision bis zu 1 %, Direktbanken günstiger. Bankprovision bis zu 1 %, Direktbanken günstiger.

 

In den letzten Jahren hat der Wettbewerb unter ETF-Anbietern in Deutschland die Gebühren kontinuierlich weiter sinken lassen. Es spricht vieles dafür, dass der Kostenverfall sogar noch weiter geht. In den USA sind ETFs seit vielen Jahren eines der gängigsten Anlageprodukte. Der rasante Zufluss an Kundengeldern und die zunehmende Konkurrenz haben dazu geführt, dass ETFs in den USA noch günstiger sind als in Deutschland. Da ETFs bereits heute gegenüber Konkurrenzprodukte Kostenvorteile ausspielen können, lohnt es sich angesichts des Trends hin zu noch niedrigeren Gebühren umso mehr, bereits heute auf ETFs zu bauen!

Wie sicher sind ETFs?

Im Gegensatz zu einem Zertifikat, das rechtlich einer Schuldverschreibung entspricht, sind ETFs ein vom Vermögen der Verwaltungsgesellschaft getrenntes Sondervermögen. Falls eine Fondsgesellschaft Insolvenz anmeldet, ist das Sondervermögen davon nicht betroffen. Für Anleger in ETFs bedeutet dies, dass ihr investiertes Kapital im Falle einer Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt ist. Denn weder die Fondsgesellschaft noch die Gläubiger können auf das Sondervermögen zugreifen. Daher besteht bei ETFs kein Emittentenrisiko.

Lediglich bei indirekt replizierenden ETFs kommt auf Anleger ein Kontrahentenrisiko zu. Da indirekt replizierende ETFs nicht physisch in Bestände investieren, sondern sich die Entwicklung des zugrunde liegenden Basiswerts über eine Art Tauschgeschäft (Index-Swap) vertraglich garantieren lassen, bestehen Risiken, wenn dieser Kontrahent ausfällt. In der Regel handelt es sich bei diesen Kontrahenten um internationale Banken, deren Stabilität nicht in Zweifel steht. Darüber hinaus haben sich auch um synthetisch replizierenden ETFs Standards entwickelt, welche das Kontrahentenrisiko effektiv senken, beispielsweise durch den Einsatz mehrerer Swap-Kontrahenten oder hinterlegten Sicherheiten, die den Gegenwert des Tauschgeschäfts sogar überschreiten.

Während Anleger bei physisch replizierenden ETFs gänzlich auf der sicheren Seite sind, ist das Risiko bei indirekt replizierenden Produkten ebenfalls nur marginal. Durch die Wahl etablierter Emittenten können Anleger das Risiko selbst bei synthetischen ETFs nahezu ausblenden. Während der vergangenen Jahre wurden viele indirekt replizierende Produkte auf direkte Replikation umgestellt. Damit tragen ETF-Anbieter dem Wunsch der Kunden nach größtmöglicher Sicherheit Rechnung. Hinzu kommt, dass die ETF-Suche es ermöglicht, gezielt Produkte mit einer bestimmten Replikationsmethode zu filtern. So können Anleger auf Nummer sicher gehen und gezielt in physisch besichertes Sondervermögen investieren. Im Vergleich zu anderen Investmentformen wie beispielsweise Anlagezertifikaten oder auch geschlossenen Investmentfonds haben ETFs auch unter Sicherheitsaspekten die Nase vorn!

ETF-Auswahl: Wie wählt man ETFs am besten aus?

Die Wahl geeigneter ETFs ist kein Buch mit sieben Siegeln. Tatsächlich können Anleger ETFs bereits mit wenigen Klicks effektiv miteinander vergleichen. Da ab 2018 zudem das neue Investmentsteuergesetz die Anlage in ETFs massiv vereinfachen soll, müssen sich Investoren bald noch weniger Gedanken darüber machen, welches Produkt das Richtige ist. Da geplant ist, die Besteuerung von ETFs ab 2018 unabhängig von Fondsdomizil, Replikationsmethode und Ausschüttungsart zu regeln, können sich Sparer mit einem langfristigen Anlagehorizont schon heute darauf konzentrieren, schlichtweg die besten ETFs zu wählen.

Auf die Qualität des Index kommt es an

Zentrales Kriterium bei der Wahl eines ETFs ist die Qualität des zugrunde liegenden Index. Vor allem komplexere Strategien, wie Value- oder Dividenden-Ansätze, stehen und fallen mit der Konzeption des zugrunde liegenden Index. Statt beispielsweise nur auf die Höhe der Dividendenrendite zu achten, sollten guten Dividendenstrategien auch Faktoren wie Dividendenkontinuität und andere fundamentale Kennzahlen berücksichtigen. Um die jeweiligen Indizes zu verstehen, sollten Anleger einen Blick auf die Factsheets des ETF-Anbieters werfen. Hier sind die Investment-Ansätze häufig plastisch dargestellt. Auch unsere ETF-Suche gibt Einblick in die Funktionsweise verschiedener Strategien. Auch das aktuelle Factsheet lässt sich auf diese Weise finden.

Ist der passende Index gefunden, sollten Anleger unbedingt einen Blick auf die Replikationsmethode werfen. Hier können Investoren zwischen physischer Replikation, bei der die zugrunde liegenden Wertpapiere vom ETF-Emittenten gekauft werden und indirekter Replikation, bei der sich der ETF-Anbieter einen Kontrahenten für ein Tauschgeschäft sucht, wählen. Erstere Variante bietet hundertprozentige Sicherheit für Anleger und hat sich während der vergangenen Jahre am Markt durchgesetzt. Doch auch synthetische ETFs tragen nur ein marginales Risiko in sich. Wer diese Form der ETF-Replikation nicht gänzlich für sich ausschließt, kann die Kosten entscheiden lassen. Liegen ETFs mit direkter Replikation und synthetischer Replikation auf einem Kostenniveau, besteht kein Grund, die indirekt replizierende Variante zu wählen. Bestehen jedoch klare Kostenvorteile, haben auch synthetische Produkte ihre Berechtigung.

Die Kosten eines ETF werden über die TER ausgedrückt

Um einen Überblick zu den Kosten von ETFs zu erhalten, bietet es sich an, die Gesamtkostenquoten (Total Expense Ratio oder TER) von gleichartigen ETFs zu vergleichen. Die TER wird immer rückwirkend für ein Jahr berechnet und macht ETF-Produkte leicht vergleichbar. Unsere ETF-Suche bietet auch hier alle Möglichkeiten, sich schnell und exakt einen Überblick zu verschaffen. Neben Index-Konstruktion, Replikationsmethode und Kosten unterscheiden sich ETFs auch hinsichtlich ihrer Gewinnverwendung. Hier gibt es thesaurierende und ausschüttende Varianten. Da diese Frage ab 2018 nicht mehr steuerlich relevant sein soll, können sich Sparer genau diejenigen Varianten aussuchen, die zur jeweiligen Anlagestrategie passen.

Welche Unterscheidungsmerkmale aus außerdem noch gibt, welche Rollen Fondsvolumen und Spreads spielen und wie man Schritt für Schritt den optimalen ETF findet, erklärt Markus Jordan, Herausgeber des EXtra-Magazins in diesem Webinar.

Wie funktioniert ein ETF Sparplan?

Ein ETF-Sparplan ist das optimale Instrument für den langfristigen Vermögensaufbau oder die Altersvorsorge. Mit Hilfe eines ETF-Sparplans können Anleger regelmäßig in einen oder mehrere ETFs investieren. Die gängigste Form ist das monatliche Sparen. Bereits ab geringen zweistelligen Beträgen wird es so möglich, effektiv für das Alter vorzusorgen. Viele Banken bieten inzwischen ETF-Sparpläne an und locken immer wieder mit handfesten Kostenvorteilen Kunden an. Da ETFs von sich aus mit geringen Gebühren punkten, eignen sich die Produkte für Sparer gerade in Zeiten niedriger Zinsen. Das monatliche Sparen sorgt zudem dafür, dass Anleger mit Hilfe eines ETF-Sparplans ihre Investments über mehrere Zeitpunkte streuen können und so das Risiko zum falschen Zeitpunkt in den Markt einzusteigen, sinkt. Gepaart mit dem Zinseszinseffekt, eignen sich ETF-Sparpläne optimal zum langfristigen Vermögensaufbau.

Das EXtra-Magazin hat alle gängigen Anbieter von ETF-Sparplänen analysiert und bietet auf seiner Webseite kostenfrei einen ETF-Sparplan-Vergleich an. Alternativ können Sie auch unseren ETF-Sparplan-Ratgeber lesen.

Was passiert mit den Dividenden bei ETFs?

Generell liegen ETFs sowohl Performance- als auch Kursindizes zugrunde. Performanceindizes beziehen anfallende Dividendenzahlungen der enthaltenen Titel in die Indexberechnung mit ein und erhöhen so den Indexwert und damit auch den Wert eines ETF-Anteils. Mit ETFs profitieren Sie voll von den Dividendenausschüttungen der im Fonds befindlichen Aktien. So werden bei Fonds auf Performanceindizes die Dividenden reinvestiert, bei Kursindizes an die Anteilsinhaber ausgezahlt. Dies trägt zur sehr genauen Abbildung des jeweiligen Index bei. Hier finden Sie eine Liste mit allen Dividenden-ETFs.

Es ist also keineswegs so, dass ETF-Anleger nicht von den Ausschüttungen profitieren würden. Wer beispielsweise einen DAX-ETF kauft, erhält indirekt sämtliche Dividendenauszahlungen der dreißig DAX-Unternehmen. Schwankungen bei der Dividendenausschüttung, wie sie bei einzelnen Unternehmen immer mal vorkommen können, lassen sich mit einem gestreuten Investment in einen Index glätten. Hinzu kommen spezialisierte Dividenden-Strategien, die aufgrund ihres Regelwerks dazu geeignet sind, aus einem großen Markt, wie beispielsweise Europa oder auch den USA, all diejenigen Titel zu filtern, die verlässlich hohe Dividenden zahlen. So können Anleger mit nur einem Dividenden-ETF oftmals in hunderte lukrative Unternehmen investieren und regelmäßig Dividendenzahlungen abgreifen – sei es als regelmäßige Barausschüttung oder thesaurierend.

Wo kann man ETFs handeln?

Alle ETFs werden wie Aktien an der Börse gehandelt. Die Fonds werden dabei auf Xetra und im maklergestützten Handel fortlaufend aktualisiert. Anteile können somit täglich ge- und verkauft werden. Der Börsenhandel von ETFs ist ein großer Vorteil gegenüber den traditionellen Indexfonds, deren Anteile von einer Investmentgesellschaft ausgegeben bzw. von ihr zurückgenommen und nur einmal täglich berechnet (NAV bzw. Nettoinventarwert) werden. Dadurch haben Investoren mehr Transparenz und können schneller auf Marktbewegungen reagieren.

Anbieter wie die Deutsche Börse oder auch die Börse Stuttgart bieten beim Handel von ETFs weitere Liquiditätsvorteile und garantieren enge Spreads. Dies kommt durch die Unterstützung von Market Makern, die bei Bedarf Liquidität zur Verfügung stellen. So gelingt es, zu den gängigen Handelszeiten gute Konditionen für den Handel mit ETFs zu bieten. Anleger sollten trotzdem darauf achten, ETFs immer dann zu handeln, wenn die jeweilige Heimatbörse auch geöffnet hat. So sind die Spreads von ETFs auf den S&P 500 vormittags deutlich weiter, als nachmittags, wenn die Börsen in den USA auch geöffnet haben. Noch deutlicher sind die Unterschiede bei exotischen Indizes, die beispielsweise auf Titel aus Schwellenländern setzen. Hier kann es sich anbieten, die Marktbedingungen vor einem Kauf mehrmals stichprobenartig zu beleuchten und erst dann die Kauforder abzuschicken. So bekommen Investoren ein Gefühl, wie sich der Preis des ETFs im Verhältnis zum Basiswert verhält.

Welche Gebühren fallen beim ETF-Handel an?

Neben den Kosten für ETFs an sich und Handelsbedingungen wie Spreads, fallen beim ETF-Handel auch Gebühren von Seiten der Bank oder des Onlinebrokers an. Wer ein Depot bei einem der gängigsten Onlinebroker wie Flatex, Consorsbank, comdirekt oder Onvista Bank hat und mit ETFs langfristig sparen will, muss sich über die Gebühren der Bank wenige Gedanken machen. Wer allerdings noch über die Hausbank sein Geld anlegt, sollte seine Gebühren kritisch hinterfragen. Bei vielen Onlinebanken sind Ordergebühren für Transaktionen im Inland inzwischen auf Beträge zwischen fünf und sieben Euro gefallen.

Wer größere Anschaffungen plant, kann ETFs auch immer wieder im Rahmen von Aktionen der Broker kostenlos handeln. So sollen die smarten Anlageprodukte Neulingen schmackhaft gemacht werden. Wer eine solche Aktion bei einer der größeren Banken, die ohnehin gute Gebühren und guten Service bieten, findet, kann den Einstieg in die Welt der ETFs sogar kostenlos umsetzen. Grundsätzlich lohnt sich der detaillierte Blick auf die Kosten des ETF-Handels nur für Anleger, die ETFs auch wirklich häufig umschichten. Alle anderen Sparer sind mit gängigen Onlinebrokern bereits gut bedient.

Welche ETFs sind besonders beliebt?

DAX ETF

Der ETF auf den deutschen Leitindex ist einer der Klassiker für deutsche Investoren. Da der DAX ein Performance-Index ist, stecken Dividenden im DAX-ETF bereits drin. Viele Anleger, die heute auf Deutsche Telekom, BASF, Daimler oder BMW setzen, könnten es einfacher und sicherer haben und stattdessen den breiten Markt kaufen. Ein DAX-ETF bildet die Entwicklung aller dreißig DAX-Werte zu Gesamtkostenquoten zwischen 0,08 und 0,2 Prozent ab. So gelingt es selbst bei kleinen Anlagebeträgen, das Kapital breit zu streuen. Gängige DAX-ETFs sind die physisch replizierenden db x-trackers – DAX UCITS ETF DR und BlackRock (DE) – iShares Core DAX UCITS ETF und der ComStage – DAX TR UCITS ETF, der in der synthetischen Variante lange der günstigste DAX-ETF war.

MSCI World ETF

Wenn es darum geht, sein Kapital in aller Welt anzulegen, ist der MSCI World für viele Anleger die erste Wahl. Zwar baut der Index nur auf Industrieländer, doch sind die Unternehmen dort in der Regel auch in Schwellenländern tätig und decken so einen großen Teil der weltweiten Wirtschaftsaktivität ab. Der MSCI World wird gerne über Sparpläne bespart und gilt als einer der marktbreitesten Indizes überhaupt. Eigentlich alle ETF-Anbieter haben den MSCI World im Angebot. In der synthetischen Variante ist der Source MSCI World UCITS ETF A beliebt und günstig, aber auch die Platzhirsche iShares (iShares Core MSCI World UCITS ETF) und Deutsche Bank (db x-trackers MSCI World Index UCITS ETF) haben physisch replizierende Varianten zu guten Konditionen im Angebot.

MSCI Emerging Market ETF

Wenn es darum geht, einem Depot ein bisschen Würze zu verleihen, setzen viele Privatanleger auf MSCI Emerging Market ETFs. Der beliebteste Schwellenländer-Index bündelt Aktien aus sämtlichen Schwellenländern wie China, Brasilien, Indien und Russland. Die jährlichen Kosten für die ETFs liegen zwischen 0,20 und 0,75 Prozent. Es bietet sich daher an, sich bei MSCI Emerging Market ETFs vor dem Kauf schlau zu machen. Preisbrecher bei Schwellenland-ETFs ist derzeit der synthetisch-replizierende Amundi ETF MSCI Emerging Markets UCITS ETF EUR, aber auch der physisch-replizierende SPDR MSCI Emerging Markets UCITS ETF ist bei Anlegern beliebt.

Dividenden ETF

Streng genommen ist jeder ETF auf einen Performance-Index, wie beispielsweise der DAX, aber auch der MDAX, ein Dividenden-ETF. Die Ausschüttungen fließen in den Kurs des ETF ein und lassen Anleger ganz ohne Stress von Dividenden profitieren. Es gibt aber auch spezialisierte Dividenden-ETFs, die aus größeren Märkten gezielt die besten Dividenden-Aktien herausfiltern. Dabei gehen die Dividenden-ETFs zunehmend smart vor: Statt nur auf die Dividendenrendite zu schauen, gewichtet das Indexregelwerk auch Dividendenkontinuität und andere fundamentale Faktoren. So kommen Dividenden-ETFs, die zur Gattung der Smart-Beta-Strategien gehören, aktiv verwalteten Strategien nahe – und das zu Kosten die noch immer deutlich geringer sind als bei aktiv verwalteten Fonds. Beliebte Dividenden-ETFs sind der ComStage 1 DivDAX UCITS ETF, der sich lediglich an der Dividendenrendite deutscher Werte orientiert und der iShares (DE) I – STOXX Global Select Div. 100 UCITS ETF (DE), der weltweit ausgerichtet ist und ein qualifizierteres Regelwerk zur Auswahl der Dividendentitel verfolgt.

ETFs oder Fonds kaufen?

Beim Verwalten von Kapitalanlagen unterscheidet man grundsätzlich das aktive vom passiven Management. Klassische Investmentfonds zeichnen sich durch ein aktives Management aus, bei dem ein Fondsmanager über die genaue Zusammensetzung des Fondsvermögens entscheidet. Mit der aktiven Entscheidung über die Zusammensetzung verfolgt das aktive Management das Ziel, gegenüber einem bestimmten Index (Benchmark) eine Überrendite zu erzielen. ETFs verfolgend dagegen den Ansatz des passiven Managements, das immer einen bestimmten Index eins zu eins abbildet.

Vor- und Nachteile von aktiven Fonds und ETFs

Beide Ansätze haben Vor- und Nachteile. Die Vorteile bei ETFs liegen neben den geringen Kosten auch in der Transparenz: man weiß immer, was genau im Index steckt. Aktiv verwaltete Fonds versuchen dagegen, gezielt vom Index abzuweichen, um eine Überrendite zu erzielen. Diese Abweichung vom Index bedeutet immer auch Risiko. Manchmal zahlt sich das Risiko aus, manchmal nicht. Studien haben gezeigt, dass die Mehrheit der Fondsmanager ihre Entscheidungsfreiheit nicht konstruktiv einsetzt und am Ende nicht besser abschneidet als der Index. Da jede aktive Verwaltung von Vermögen Geld für Fondsmanagement und Analysten kostet und zudem höhere Transaktionsentgelte entstehen, muss jeder aktiv verwaltete Fonds diese Mehrkosten auch erst verdienen. Das ist gerade auf etablierten Märkten wie Deutschland, den USA, Japan oder auch Frankreich und Großbritannien sehr schwer. Die Gebühren von rund 2 Prozent jährlich plus Ausgabeaufschläge rechtfertigen aktiv verwaltete Fonds auf etablierten Märkten in der Regel nicht.

Vorteile von aktiven Fonds in exotischen Märkten

Auf exotischen Märkten oder im Bereich von spezialisierten Themeninvestments können aktiv verwaltete Fonds ihre Stärken aber oft ausspielen. Wenn es beispielsweise darum geht, in afrikanischen Ländern zu investieren, kann es sinnvoll sein, sich auf einen Fondsmanager zu verlassen, der vor Ort recherchiert, statt auf einen Index, der quartalsweise gemäß vorab festgelegter Regeln zusammengestellt wird. Auch im Bereich von Themeninvestments in Spezialgebieten, wie Biotechnologie, Rohstoffunternehmen oder anderen Nischen hat ein aktiv verwalteter Fonds in der Regel die Nase vorn. Hinzu kommt, dass ETFs auf exotischen Märkten in der Regel auch etwas teurer sind als ETFs auf DAX und Co. Der Unterschied zum aktiv verwalteten Fonds ist dann geringer.

Anleger sollten allerdings beachten, dass es mit dem Kauf eines aktiven Fonds nicht getan ist. Da Fonds frei agieren können, sollte man sich im Vorfeld detailliert mit der Strategie des jeweiligen Fonds auseinander setzen und auch die Entwicklung unter die Lupe nehmen. Während man beim ETF weiß, was ein Index bringt, ist ein aktiv verwalteter Fonds immer auch ein Buch mit sieben Siegeln.

Unser Tipp: Decken Sie den allergrößten Teil Ihrer Investments mit ETFs auf etablierte Indizes ab. Sollten Sie in Nischen Akzente setzen wollen, vertrauen Sie nur den besten Fondsmanagern und den bewährtesten Ansätzen. Bei diesen Satelliten-Investments bietet es sich oft an, statt auf die Gebühren, auf echte Qualität zu setzen.

Welche Einsatzmöglichkeiten bieten ETFs?

ETFs eignen sich hervorragend, um ein Depot zu diversifizieren. Es gibt aber auch andere Einsatzmöglichkeiten für ETFs.

Core-Satellite-Strategie

Hierbei handelt es sich um ein Basisinvestment (Core) und zusätzliche Nischen-Investments (Satelliten). Als Basis-Investment bietet sich beispielsweise eine Kombination aus ETFs auf gängige Indizes oder dem MSCI World und Anleihe-ETFs an. Satelliten könnten dann Einzelwerte oder aktiv verwaltete Fonds sein. Aber die Core-Satellite-Strategie funktioniert auch andersherum: Wer einen guten vermögensverwaltenden Fonds im Bestand hat, der sich allerdings beispielsweise stark in Industrieländern engagiert, kann mittels ETFs einfach und unkompliziert Satelliten zukaufen, beispielsweise einen ETF auf den MSCI Emerging Markets.

Kurzfristige Anlagemöglichkeit

Sie halten eine Volkswirtschaft wie Kanada, Australien oder auch Vietnam für aussichtsreich, haben aber noch keine Zeit, geeignete Unternehmen zu recherchieren? Stellen Sie mit einem ETF auf einen Länder-Index einen Fuß in die Tür! ETFs eignen sich prima, um einen Markt kurzfristig abzudecken.

Absicherungsstrategie

Wer ein Depot aus Einzelwerten und aktiv verwalteten Fonds hat, kennt die Situation: Kurskorrekturen wiegen schwer. Teilverkäufe kosten Geld. Da es auch ETFs gibt, die von fallenden Kursen profitieren, lässt sich mit ETFs eine Absicherungsstrategie umsetzen. Wer beispielsweise viele deutsche Einzelwerte hat und Kursverluste erwartet, kauft einen Short-ETF auf den DAX und sichert sein bestehendes Depot so kostengünstig ab.

Umsetzung einer speziellen Strategie

An der Börse führen viele Wege zur Rendite. Mit ETFs lässt sich jede spezielle Strategie leicht umsetzen. Insbesondere dann, wenn niedrige Kosten und ein möglichst marktbreites Investment gefragt sind.

Langfristiger Vermögensaufbau mit ETF-Sparplänen

Wer kein Vermögen hat, muss Vermögen Schritt für Schritt schaffen. Gerade für Sparer, die nicht jeden Tag die Börse verfolgen, sind ETF-Sparpläne geeignet um kontinuierlich am Ball zu bleiben. Auch für erfahrene Börsianer kann ein Sparplan auf einen der gängigsten Aktien-Indizes Sinn machen. Oft bietet das Sparen mit Plan sogar Kostenvorteile! Wir haben die besten Anbieter von ETF-Sparplänen für Sie recherchiert.

In unserem Bereich Wissen finden Sie weitere Informationen über ETFs. Aktuelle Informationen über den ETF-Markt in Deutschland finden Sie in unserem News-Bereich. Über unsere ETF-Suche finden Sie den passenden ETF für Ihr Portfolio.

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