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Hintergrundwissen zu Indexing

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Im Gegensatz zu aktiven Fonds, bei denen Fondsmanager gezielt Einzelaktien auswählen, investieren beim Indexing die Anleger in den Gesamtmarkt. Dies geschieht in dem gleichzeitig alle Aktien gekauft werden, aus denen sich ein bestimmter, repräsentativer Index (z.B. DAX, Euro Stoxx, Dow Jones, S&P 500) zusammensetzt. Aufgrund dieser vorgegebenen Vorgehensweise bezeichnet man Indexing auch als passives Investieren.

Der Tracking Error (TE) misst die Exaktheit der Indexnachbildung

Die Exaktheit der Nachbildung wird mit dem Tracking Error angegeben. Der Tracking Error (kurz TE) ist die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen einem Portfolio und einer Benchmark (ausgedrückt in %) über einen bestimmten Beobachtungszeitraum und somit im Speziellen ein Maß für die Abweichung der Wertentwicklung eines Fonds von dem zugrundeliegenden Index. Bei Indexfonds ist der Tracking Error nur sehr gering (etwa 1%) und wäre idealtypisch 0 %. Die Fondsmanager müssen bei Veränderungen des Index die ausgeschiedenen Aktien (oder Optionen darauf) verkaufen und die neu hereingekommenen Titel kaufen. Je schneller ihnen das gelingt, desto geringere Verluste entstehen aus dieser Transaktion.

Anlageprodukte, die zum Indexing eingesetzt werden können, sind Indexfonds bzw. Exchange Traded Funds (ETFs) oder auch Indexzertifikate.

Indexfonds (ETFs) sind Investmentfonds, die der Anlagestrategie des Indexing folgen, d. h. in ihrer Zusammenstellung einen bestimmten, repräsentativen Index (z. B. DAX, Dow Jones Industrial Average) möglichst exakt nachbilden. Um das zu erreichen, investieren die Fonds zum Beispiel in die dem Index zugrunde liegenden Wertpapiere im gleichen Verhältnis wie der Index. In zunehmendem Maße werden Indexfonds auch an der Börse gehandelt und werden dann Exchange Traded Funds genannt. Damit ist gewährleistet, dass sich die Performance des Fonds immer parallel zum Index entwickelt. ETFs sind genauso einfach und effizient handelbar wie börsennotierte Aktien. Die Produkte sind dennoch wie traditionelle Investmentfonds den geltenden Investmentgesetzen unterstellt und bieten dem Anleger daher besonderen Schutz und die Risikodiversifikation eines ausgewählten Marktes.

Indexzertifikate bilden ebenfalls einen Index ab

Eine Alternative zu Indexfonds sind Indexzertifikate, die ebenfalls einen Index abbilden. Sie eignen sich besonders für Privatanleger, die die Anlagestrategie des Index Investing umsetzen möchten. Indexzertifikate verursachen im Vergleich zu Indexfonds meist geringere Kosten, sind aber mit dem Emittentenrisiko behaftet, so dass bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten ein Totalausfall eintritt.

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