Start Anlagestrategien Mehr Rendite durch gezielte Verlustbegrenzung

Mehr Rendite durch gezielte Verlustbegrenzung

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In einer Studie der Schweizer Vermögens-Manufaktur wurden unterschiedliche Anlagestrategien über zehn Jahre hinweg untersucht. Durch Verlustbegrenzung kann die Rendite deutlich gesteigert werden.

Im Rahmen der Studie wurde ein Portfolio aus fiktiven 100.000 Euro jeweils ab dem 01.01.1998 in unterschiedliche Assetklassen investiert und die Entwicklung bis zum 01.11.2009 betrachtet. Die Entwicklung wurde dabei auf Basis der zugrunde liegenden Indizes simuliert. Um die Simulation möglichst real zu gestalten, wurden für ETFs übliche Verwaltungskosten sowie Transaktionskosten eingerechnet. Für den Aktienmarkt wurde der DAX, für den Rentenmarkt der REX und für den Rohstoffbereich der CRB verwendet. Der Geldmarkt wurde durch den EONIA-Index abgebildet. Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse der Analyse.

Moderne Portfoliotheorie

Bereits in den 50er Jahren widmete sich Harry Markowitz in seiner Arbeit „Portfolio Selection“ dem Thema Diversifikation, die mittlerweile als Grundlage für die „moderne Portfoliotheorie“ gilt. Diversifikation ist das zentrale Mittel, um Wertschwankungen eines Portfolios zu senken. Durch die Diversifikation des Portfolios kann das Risiko bei gleichbleibender Rendite gesenkt werden, alternativ kann bei gleichem Risiko eine höhere Rendite erzielt werden.

Portfolio: Buy-and-Hold

In der Studie wurde ein Portfolio wie folgt zusammengesetzt: Jeweils 30 Prozent in den DAX-, REX- und CRB-Index und 10 Prozent in den EONIA-Index. Dieses Portfolio erzielte ohne Rebalancing eine jährliche Rendite von 2,27 Prozent. Diese lag damit deutlich über der Rendite eines reinen DAX- oder CRB-Index-Portfolios. Mit einem reinen EONIA-Portfolio wäre ein Anleger allerdings mit einer Jahresrendite von 3,09 Prozent besser gefahren.

Portfolio: Rebalancing

Beim Portfolio mit jährlichem Rebalancing steigt die Jahresrendite auf 2,52 Prozent, jedoch erhöht sich zugleich auch der maximale Kapitalverlust auf – 28,38 Prozent. Obwohl das Portfolio jeweils zum Jahresanfang neu rebalanciert wird, führt dies nicht zu einer deutlichen Verbesserung der Rendite oder zur Reduktion des Risikos.

Portfolio: Rebalancing und Stopp

Beim dritten Portfolio wurde neben dem Rebalancing noch zusätzlich ein 10-Prozent-Stopp zur Verlustbegrenzung berücksichtigt. Wird dieser aktiviert und stoppt eine Anlageklasse aus, wird das Geld bis zum Rebalancing zum Jahreswechsel in dem EONIA geparkt. Verluste durch Stopps zu begrenzen hat sich durchaus bezahlt gemacht, es führte zu einer Rendite von 4,38 Prozent und einem maximalen Kapitalverlust von nur -6,84 Prozent.

Portfolio: Stopp und Trendfolge

Im letzten Portfolio wurde das Rebalancing durch eine einfache Trendfolge-Strategie ersetzt. Der 200-Tage-Durchschnitt zählt zu den bekanntesten Indikatoren der technischen Analyse. Liegt der Kurs oberhalb des Durchschnitts werden 30 Prozent des Kapitals angelegt. Fällt er darunter oder wird der nachgezogene 10-Prozent Stopp erreicht, wird in den EONIA investiert. Diese Strategie erzielte in der Simulation eine 7,13 Prozent Rendite bei einem vergleichsweise niedrigen maximalen Kapitalrückgang von -6,63 Prozent.

Fazit:

Durch eine gezielte Verlustbegrenzung kann die Rendite eines Portfolios deutlich gesteigert und das Risiko reduziert werden. Unter Verwendung einer einfachen trendfolgenden Methodik wurden sogar noch bessere Zahlen erzielt. Eine Diversifikation über verschiedene Handelstaktiken und auch Zeitebenen kann zu einer deutlich verbesserten Rendite-Risiko-Relation führen.

Die ausführliche Studie finden Sie unter: http://www.vermoegensmanufaktur.com

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