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Mit ETFs/ETCs in Rohstoffe investieren

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Grundsätzlich gibt es verschiedene Arten in Rohstoffe zu investieren, welche sich teilweise grundsätzlich voneinander unterscheiden.

Aktienbasierte ETFs auf Rohstoffunternehmen

Die erste Art in Rohstoffe zu investieren ist, dass man einen aktien-basierten ETF kauft, welcher in Rohstoffunternehmen (z.B. Minenunternehmen) oder Unternehmen, welche die Grundverarbeitung von Rohstoffen übernehmen, investiert. Dabei handelt es sich aber nicht um ein klassisches Rohstoffinvestment, sondern man spekuliert darauf, dass Unternehmen von einem möglichen Anstieg der zugrundeliegenden Rohstoffpreise entsprechend profitieren. Dies kann aber mehr oder weniger der Fall sein und natürlich spielt bei Unternehmen auch immer die Wettbewerbssituation eine große Rolle. Beispiele für diese Art von ETFs sind der Dow Jones STOXX 600 Basic Resources ETF (WKN A0D8Q7) von iShares, welcher in die größten Unternehmen der europäischen Grundstoffbranche investiert, sowie der Russell Global Gold Fund (WKN A0Q8NC) von ETF Securities, welcher global in Goldminenaktien investiert.

Die anderen 3 Arten in einen bestimmten Rohstoff zu investieren, unterscheiden sich in der Art, wie der Preis des Rohstoffs im Portfolio nachvollzogen wird. Bei allen diesen Produkten handelt es sich aber um sogenannte Exchange Traded Commodities (ETCs).

ETCs für Rohstoffinvestments

Grundsätzlich sind ETCs offene, strukturierte Wertpapiere, die von Anlegern ebenso wie ETFs fortlaufend während der gesamten Handelszeit an der Börse z.B. auf Xetra gehandelt werden können. Sie haben eine unbegrenzte Laufzeit und sind meist hochliquide. Investoren bekommen somit schnellen, kostengünstigen und transparenten Zugriff auf eine breite Palette von Rohstoffen, ohne dabei Terminkontrakte erstehen oder Rohstoffe physisch beziehen zu müssen. Rechtlich gesehen stellen ETCs jedoch unbefristete, besicherte Schuldverschreibungen des jeweiligen Emittenten dar und nicht Sondervermögen in Form einer Fondsstruktur.

ETCs mit physischen Rohstoffen

Es gibt ETCs, welche den zugrundeliegenden Rohstoffpreis nachbilden, indem der Rohstoff direkt eingekauft wird. Für Privatinvestoren selbst wäre ein solches Investment häufig gar nicht möglich, denn der Rohstoff muss gelagert werden, was umständlich sein kann und unter Umständen nicht unerhebliche Kosten verursacht. Ein Beispiel ist der Gold-ETF Xetra Gold (WKN A0S9GB) von der Deutschen Börse, bei dem sich Anleger sogar Gold statt Geld auszahlen lassen können. Bei den meisten Rohstoffen eignet sich diese Form der Rohstoffabbildung aber nicht, da der Aufwand für Lagerung viel zu komplex und teuer wäre. So betragen die durchschnittlichen Lagerkosten bei Rohöl 22% des Ölwertes pro Jahr, Agrarrohstoffe liegen mit ca. 10% zwar deutlich niedriger, aber immer noch recht hoch. Bei Aluminium sind die Kosten 6% und beim Gold 0,01%, weshalb obige Gold-ETFs überhaupt Sinn machen.

ETCs mit Futures

Zwei günstigere Möglichkeiten den Preis eines Rohstoffs abzubilden benutzen Futures bzw. SWAPs.

Bei einem Futures-basiertem ETC werden Futurespositionen in dem entsprechenden Rohstoff aufgebaut. Der Natural Gas Sub-Index (WKN A0SVYC) benutzt beispielsweise Forward-Kontrakte (Futures unterscheiden sich von Forwards nur dadurch, dass sie börsengehandelt und standardisiert sind). Bei Futures kann es zu Rollgewinnen bzw. unerwünschten Rollverlusten kommen. Futures sind die gebräuchlichste Form die zukünftige Entwicklung der Rohstoffmärkte abzubilden.

ETCs mit Swaps

Bei Swap ETCs auf Rohstoffen wird mittels eines SWAPs die Entwicklung irgendeines Portfolios gegen die Entwicklung des Rohstoffs bzw. Rohstoffkorbes „eingetauscht“. Vorteil dieser Methode ist, dass diese Art der Replikation meist kostengünstig gemacht werden kann. Außerdem entstehen keine Rolleffekte wie bei einer Replikation auf Futures basierend. Trotzdem wird diese Konstruktion im Vergleich zu Futures kaum verwendet.

Eine Übersicht über alle ETCs/ETFs finden sie übrigens in unserer ETC Datenbank, sowie unserer ETF Datenbank.

 

 

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