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DAX Index

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Der deutsche Aktienindex wurde am 20. Dezember 1987 von der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen, der Frankfurter Wertpapierbörse und der Börsen-Zeitung eingeführt und sollte eigentlich nur als Ergänzung zu bestehenden deutschen Indizes dienen. Heute ist der DAX der bekannteste und wichtigste deutsche Aktienindex.

Damit ein Unternehmen in den DAX aufgenommen wird, muss es bestimmte Grundvoraussetzungen erfüllen. Die Unternehmen müssen im Prime Standard gelistet sein. Die Aufnahme erfordert die Erfüllung von gesetzlichen Transparenzregeln für EU-regulierte Märkte und dem Nachkommen internationaler Berichterstattungspflichten, wie beispielsweise der Quartalsberichtserstattung in englischer Sprache und der Ausrichtung mindestens einer Analysekonferenz im Jahr. Das Unternehmen muss fortlaufend in Xetra gehandelt werden und mindestens einen Streubesitz von 10 % aufweisen. Daneben muss das Unternehmen einen Sitz oder den Schwerpunkt seines Handelsumsatzes an Aktien in Deutschland haben.

Wenn diese Grundvoraussetzungen erfüllt sind, erfolgt eine abschließende Auswahl der Unternehmen anhand der Orderbuchumsätze in Xetra und im Frankfurter Parketthandel, sowie der Streubesitz-Marktkapitalisierung.

Im Wesentlichen erfolgt eine Anpassung der Indexmitglieder zum ordentlichen Anpassungstermin im September unter Beachtung der folgenden vier Regeln.

  • Regular-Entry (30/30): Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 30 größten Unternehmen zählt. Zusätzlich muss ein Index-Wert existieren, der nach mindestens einem Kriterium nicht mehr zu den 35 größten Unternehmen zählt und dann aus dem Index ausscheidet.
  • Fast-Entry (25/25): Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach den beiden genannten Kriterien mindestens zu den 25 größten Unternehmen zählt. Aus dem DAX scheidet dann jener Wert aus, welcher in mindestens einer der beiden Kriterien einen Rang schlechter als 35 belegt. Trifft dies auf kein Unternehmen zu, scheidet der Wert mit der niedrigsten Marktkapitalisierung aus.
  • Regular-Exit (40/40): Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien nicht mehr zu den 40 größten Unternehmen gehört. Zusätzlich muss ein Nicht-Index-Wert existieren, der in beiden Kriterien mindestens Rang 35 erreicht.
  • Fast-Exit (45/45): Ein Unternehmen scheidet aus dem DAX aus, wenn es nach einem der beiden Kriterien nicht mehr zu den 45 größten Unternehmen gehört. Daneben muss ein Nicht-Index-Wert aber bei der Marktkapitalisierung mindestens Rang 35 und beim Börsenumsatz mindestens Rang 45 erreichen.

Während alle vier Regeln nur zum ordentlichen Anpassungstermin angewendet werden, übt man die Fast-Exit- und die Fast-Entry-Regel auch zu den außerordentlichen Anpassungsterminen im März, Juni und Dezember aus. Außerdem werden im Falle von Insolvenzen und Fusionen, sowie bei Verletzung der eingangs erwähnten Grundvoraussetzungen, außerordentliche Aktualisierungen vorgenommen.

Die Indexmitglieder des DAX werden entsprechend ihrer Streubesitz-Marktkapitalisierung gewichtet, sodass der Festbesitz für die Gewichtung unberücksichtigt bleibt. Zu diesem zählen Anteile von Großaktionären, falls diese fünf Prozent übersteigen, sowie eigene Anteile. Die Gewichtungsobergrenze für die DAX-Werte liegt bei zehn Prozent.

Die fünf größten Werte im November 2009:

Siemens AG

9,73%

E.ON AG

9,49%

Bayer AG

8,33%

Allianz AG

7,43%

BASF SE

7,30%

Die im DAX am stärksten vertretenen Branchen sind die Chemieindustrie mit einem Anteil von 19,34%, sowie die Versorgungsindustrie (14,65%) und Industriegüter und Dienstleistungen (14,54%).

Der DAX wird im Gegensatz zu anderen großen, internationalen Indizes nicht nur als Kurs- sondern auch als Performance-Index berechnet. Das bedeutet, dass Erträge aus Dividenden und Kapitalmaßnahmen reinvestiert werden und so im Gegensatz zum reinen Kursindex in die Berechnung mit einfließen. Der DAX-Performance-Index findet in den Medien deutlich mehr Erwähnung und ist Grundlage von weit mehr DAX-Produkten als der DAX-Kurs-Index.

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