Kernvorteile von Exchange Traded Funds (ETFs)

Exchange Traded Funds (ETFs) können von Anlegern auf vielfältige Art und Weise genutzt werden.

Mit dem Einsatz von ETFs kann ein Wertpapierportfolio mit nur wenigen Transaktionen äußerst kostengünstig stark diversifiziert werden. So deckt z. B. ein ETF auf den Dow Jones Industrial Average etwa 70 Prozent der US-amerikanischen und etwa 35 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung im Aktienbereich ab. Zudem ist der Arbeitsaufwand gegenüber einer aktiven Diversifikation minimal. Besonders die psychologische Belastung durch die permanente Beobachtung und den ständigen Zwang, sich zu informieren, wird bei der Anlage in ETFs auf ein Minimum reduziert. Die Produkte bieten ein Höchstmaß an Transparenz in einem systematisch bestens strukturierten Anlage-Portfolio.

Äußerst geringe Kosten

ETFs zeichnen sich durch äußerst geringe Kosten aus: Aufgrund der exakten Abbildung der Indizes, auf denen die Exchange Traded Funds beruhen, kommt es zu keiner weiteren Aktivität im Portfolio. Weil die permanenten Umschichtungen unterbleiben, werden die Transaktionskosten auf ein Minimum reduziert. Die Gesamtkostenvorteile ergeben sich aus den Positionen Ausgabeaufschlag, Rücknahmegebühren und Verwaltungsgebühren. Zusätzlich zeichnen sich ETFs durch niedrige Handelskosten aus.

Ausgabeaufschlag/Rücknahmegebühren

Beim Kauf von Exchange Traded Funds fällt weder ein einmaliger Ausgabeaufschlag an, noch werden beim Verkauf Rücknahmegebühren erhoben.

Verwaltungsgebühren

Bei klassischen Investmentfonds fallen Vermögensverwaltungsgebühren an. Diese betragen im Aktienbereich jährlich etwa 0,8 bis 2 Prozent. Bei ETFs dagegen sind die Managementgebühren aufgrund des passiven Managementstils sehr niedrig. Zudem werden keine separaten Kosten für die Lizenzen sowie für die Prospekterstellung in Rechnung gestellt. Veränderungen der Indexgewichtung und das Management von Dividendeneinnahmen sind bei ETFs kostenlos.

Die Gebühren werden anteilig für jeden Tag errechnet und vom Fondsvermögen automatisch abgezogen. Die Verwaltungskosten werden auch als Gesamtkostenquote bzw. Total Expense Ratio (TER) bezeichnet. Die Gesamtkostenquote gibt die jährlichen Kosten eines Fonds an, die zusätzlich zum Ausgabeaufschlag anfallen. Im Einzelnen bestehen sie aus fünf Positionen:

  • Jährliche Verwaltungsgebühr
  • Depotgebühr
  • Umtauschgebühr
  • Depotbankgebühr
  • Erfolgsabhängige Gebühr

Die Gesamtkostenquote wird jeweils für das vergangene Geschäftsjahr ermittelt. Aufwendungen, die aus Käufen und Verkäufen innerhalb des Fondsvermögens entstehen, werden nicht berücksichtigt.

Handelskosten

Bei den meisten ETFs ist die Handelsspanne (Spread), also der Unterschied zwischen ihrem Geld- und Briefkurs, sehr gering. Dadurch sind An- und Verkauf entsprechend preiswert. Die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis ist mit Spreads, wie Sie sie bei Aktien kennen, zu vergleichen. Sehr liquide ETFs zeigen an den Börsen Geld-Brief-Spannen von maximal 0,05 Prozent. Insgesamt bewegen sich die Handelsspannen bei großen, liquiden Indizes zwischen 0,08 und 0,10 Prozent, reichen aber in der Spitze auch über 0,5 Prozent bei spezielleren Produkten.

Weitere Kosten

Darüber hinaus fallen börsenübliche Gebühren an. Diese hängen von Ihrer depotführenden Bank ab und liegen, wie Sie es bei Ihren Aktienkäufen oder -verkäufen gewohnt sind, bei etwa 0,02 bis 0,08 Prozent. Weiterhin werden die üblichen Depotführungsgebühren Ihres Kreditinstituts oder der Kapitalanlagegesellschaft erhoben. Die Depotgebühr wird u. a. verwendet für die Verwaltung Ihrer ETF-Anteile, die Verwaltung von steuerlichen Freistellungsaufträgen und die Ermittlung der von Ihnen zu versteuernden Zwischengewinne. Diese Kosten betragen bis zu 1 Prozent und sind in der Regel verhandelbar.

Höchstmaß an Transparenz

Exchange Traded Funds zeichnen sich besonders durch ihre hohe Transparenz aus. Wie bei Aktien sind alle notwendigen Börseninformationen wie Kurse, Handelsvolumina oder Geld-/Brief-Preise jederzeit abrufbar.

Hohe Flexibilität

Der Börsenhandel mit ETFs eröffnet die Möglichkeit, mit Fonds auf aktuelle Marktsituationen bzw. -änderungen schnellstens zu reagieren. Darüber hinaus eignen sich Exchange Traded Funds für die unterschiedlichsten Anlagestrategien – ob als Absicherungswerkzeug (Hedging), für Vermögensübertragungen und Cashflow-Management, als Alternative zu Futures oder ganz allgemein als Teil der taktischen oder strategischen Asset Allocation. ETFs werden z. B. häufig als Mittel eingesetzt, um sofort in einen ganzen Markt zu investieren. Möglicherweise möchten Sie Ihr Portfolio neu ausrichten. Dann können Sie z. B. gestreute Engagements im Markt für Unternehmensanleihen durch eine Anzahl von ETFs auf Industrieanleihen-Indizes eingehen, anstatt in Geldmarktfonds oder Staatsanleihen zu investieren.

Hohe Risikostreuung bzw. Diversifikation

Fondsmanager von aktiv verwalteten Fonds haben das Ziel, den Markt zu übertreffen. Dazu müssen sie gegenüber dem Vergleichsindex Aktien hinzunehmen, weglassen, über- oder untergewichten. In der Regel sind aktiv verwaltete Fonds nur selten in alle Aktien eines Marktes investiert. Das bedeutet in erster Linie eine geringere Diversifikation und damit eine höhere Volatilität des Fonds durch die Abhängigkeit von weniger Werten. Hinzu kommt, dass die Gewichtung einzelner Werte individuell festgelegt werden kann. Dies führt dazu, dass Manager „Spekulationen“ auf Unternehmen eingehen, von denen sie glauben, dass deren Aktienkurse überdurchschnittlich steigen werden. Wie bereits erwähnt, ist der Erfolg einer solchen Auswahl einzelner Unternehmen eher zufällig. Auch ist durch die Übergewichtung eine höhere Volatilität des gemanagten Fonds zu erwarten.

Geringes Risiko gegenüber Einzelananlagen

Mit dem Kauf von Indexprodukten erwerben Sie die Titel des entsprechenden Index. Somit können Sie mit einer einzigen Transaktion Ihr Portfolio breit diversifizieren. Durch die hervorragende Diversifikation weist Ihre Anlage geringere Schwankungen und damit ein geringeres Risiko auf als die Anlage in Einzeltitel. Das ergibt sich auch daraus, dass der „Tracking Error“ (Standardabweichung der Renditedifferenz zwischen dem Portfolio und dem Vergleichsindex) sehr klein und im Voraus bekannt ist. Damit wird die Performance-Unsicherheit gegenüber dem Marktindex minimiert.

Hohe Liquidität

Exchange Traded Funds sind sehr liquide Finanzinstrumente. Da die mindesthandelbare Menge nur ein Stück beträgt, wird eine ständige Liquidität mit geringen Geld-Brief-Spannen, auch für kleine Mengen, sichergestellt. Die niedrigen Handelsspannen (Spreads) werden unabhängig von der Höhe der Börsenumsätze festgesetzt. Designated Sponsors garantieren bei allen ETFs eine hohe Liquidität, indem sie permanent An- und Verkaufskurse für die Fonds stellen. Für Sie bedeutet dies, dass alle Ihre Käufe und Verkäufe von ETFs schnell ausgeführt werden können.

In der ETF-Suche finden Sie eine Liste mit allen in Deutschland verfügbaren ETFs.

Weitere interessante Investmentmöglichkeiten finden Sie in unserem ETF-Anlageleitfaden. Dieser erleichtert Ihnen den Einstieg in die Welt der Exchange Traded Funds (ETFs). Wir stellen Ihnen darin die Anlegemöglichkeiten einzelner Länder, Regionen, Sektoren oder Investmentthemen vor.

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