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Investieren in Aluminium

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Investieren in Aluminium-ETF
Das Industriemetall zählt zu den Rohstoffen, die seit Monaten eine grundsolide Preisentwicklung aufweisen. Der jüngste kleine Rückschlag könnte ETF-Anlegern eine Gelegenheit bieten, sich jetzt zu positionieren.

Aluminium ist das dritthäufigste Element in der Erdkruste. Es wiegt etwa ein Drittel so viel wie Stahl oder Kupfer. Es ist geschmeidig, formbar, leicht zu bearbeiten und zu gießen und besitzt eine hervorragende Korrosionsbeständigkeit und Haltbarkeit.

Der wichtigste Rohstoff für die Aluminiumproduktion ist Aluminiumerz, besser bekannt als Bauxit. Aus Bauxit, das in vielen Tropenregionen vorkommt, wird zunächst Aluminiumoxid gewonnen, das durch Veredelung in Aluminium umgewandelt wird. Für die Produktion von zwei Tonnen Aluminiumoxid sind rund fünf Tonnen Bauxit erforderlich, aus zwei Tonnen Aluminiumoxid kann eine Tonne Aluminium hergestellt werden.

Nach Stahl ist Aluminium das am zweithäufigsten produzierte Metall. Dem International Aluminium Institute (IAI) zufolge wird mehr Aluminium hergestellt als alle anderen Industriemetalle zusammengenommen, mit Ausnahme von Eisen und Stahl. Aluminium wird in verschiedenen Bereichen eingesetzt, darunter dem Bau- und Verkehrssektor sowie den Sektoren Elektrotechnik, Verpackungen und Gebrauchsgüter.

Marktübersicht

Aluminium-Angebot

Zwischen 2002 und 2012 nahm die weltweite Aluminiumproduktion um 77 Prozent zu. Der größte und dominanteste Hersteller von Aluminium ist China, wo die Produktionsmenge in den vergangenen zehn Jahren aufgrund des enormen Wirtschaftswachstums um 358 Prozent angestiegen ist. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Indien haben von 2002 bis 2012 einen deutlichen Zuwachs verzeichnet. Die dortigen Produktionsmengen stiegen um 255 Prozent bzw. 155 Prozent. Im Gegensatz dazu verringerte sich das Aluminiumangebot aus den USA, die 2002 der weltweit größte Aluminiumproduzent waren, im gleichen Zeitraum um 23 Prozent.

Aluminium-Nachfrage

Zwischen 2002 und 2012 stieg der weltweite Aluminiumverbrauch um 77 Prozent1, was überwiegend auf die Nachfrage aus Schwellenländern in Asien zurückging. Der größte Verbraucher ist China, wo die Nachfrage in den letzten zehn Jahren um 380 Prozent zunahm. In Indien stieg der Verbrauch um 179 Prozent, während er in den USA im selben Zeitraum um 12 Prozent zurückging. In der EU war die Nachfrage weitgehend unverändert. Bis 2020 wird mit einer Zunahme der Nachfrage nach dem Metall um 114 Prozent gerechnet.

Aluminium-Handel

Obwohl die globalen Aluminiumimporte zwischen 2002 und 2012 um 32 Prozent zugenommen haben, ist ihr Anteil am globalen Verbrauch von 65 Prozent auf 49 Prozent gefallen. Hauptgrund hierfür ist, dass China den eigenen Markt bedient. Im selben Zeitraum stiegen die Importe nach Deutschland um 51 Prozent, um die umfangreiche Automobilindustrie zu versorgen. Die USA waren 2012 der größte Importeur.

Die weltweiten Aluminiumexporte nahmen zwischen 2002 und 2012 um 35 Prozent zu. Im Jahr 2012 war Russland der wichtigste Exporteur mit einem Anteil an den globalen Aluminiumexporten von einem Viertel. Exporte aus den Niederlanden legten von 2002 bis 2012 um 209 Prozent zu, womit das Land 2012 der drittgrößte Exporteur war

Wichtige Faktoren und Trends bei Aluminium

Bau- und Transportsektor

Rund 33 Prozent des weltweiten nachgelagerten Aluminiumverbrauchs gehen auf den Bausektor zurück.Eigenschaften, die den Einsatz des Metalls in dieser Branche begünstigen, sind seine hohe spezifische Festigkeit, die Eignung für verschiedene Formgebungsverfahren, die große Gestaltungsfreiheit bietet, und die Recycelbarkeit. Der zunehmende Einsatz von Aluminium im Gewerbe- und Wohnungsbau, insbesondere in den Schwellenländern, ist ein maßgeblicher Faktor für die Nachfrageentwicklung.

Weitere wichtige Impulse für die Nachfrage stammen aus dem Transportsektor (vor allem aus den Bereichen Automobile und Luftfahrt), auf den weltweit rund 25 Prozent des nachgelagerten Aluminiumverbrauchs zurückgehen. Es wird damit gerechnet, dass der Einsatz von Aluminium bei der Fertigung von Kraftfahrzeugen in den nächsten Jahren deutlich zunimmt. Aufgrund staatlicher Vorschriften für die Fahrzeugeffizienz stellt die Branche von höher gewichtigem Stahl auf das leichtere Aluminium um. In Kombination mit der steigenden Nachfrage nach Kraftfahrzeugen in den Schwellenmärkten könnte dies die Nachfrage nach Aluminium beflügeln.

Produktionskosten von Aluminium

Die geografische Verteilung der Aluminiumproduktion hat sich in den vergangenen 40 Jahren verschoben, was zum Teil auf Veränderungen der Energiepreise zurückgeht. Der Anteil der USA an der globalen Produktion ist von 32 Prozent im Jahr 1972 auf 4 Prozent im Jahr 2012 gesunken. Der Marktanteil Chinas erreichte 2012 hingegen 40 Prozent. Obwohl verschiedene staatliche Maßnahmen einen Einfluss auf diese Verlagerung hatten, spielten auch die umfangreiche inländische Energieversorgung und die geringeren Produktionskosten in China eine wichtige Rolle. Allerdings hat ein Anstieg der Energiepreise in China in den letzten Jahren dazu geführt, dass einige Schmelzereien inzwischen Verluste machen. Eine weitere Zunahme der Energiepreise könnte zu höheren Produktionskosten führen, was das Überangebot aus China reduzieren könnte.

Recycling von Aluminium

Die Produktion von Aluminium ist relativ energieintensiv. Im Vergleich erfordert das Recycling von Aluminium lediglich 5 Prozent der Energie und es werden nur 5 Prozent der Treibhausgase ausgestoßen. Recycling spielt eine wichtige Rolle für den Aluminiumverbrauch, da mehr als ein Drittel des weltweit produzierten Aluminiums aus Altmaterial, gehandeltem Aluminium und neuem Aluminiumschrott stammt. Aluminiumrecycling sorgt für Energieeinsparungen und verringert die Gesamtkosten für die Produktion, was einen wichtigen Einfluss auf das gesamte globale Angebot hat.

Lagerbestände von Aluminium

Die Lagerbestände für Metall reflektieren das Verhältnis von Angebot und Nachfrage am Markt auf kurze Sicht. Die Aluminiumbestände verzeichneten die deutlichsten Zuwächse aller Industriemetallbestände unmittelbar nach der Kreditkrise Anfang 2009. An der Londoner Metallbörse legten die Aluminium-Lagerbestände von 0,93 Millionen Tonnen im Jahr 2007 auf 5,21 Millionen Tonnen im Jahr 2012 zu. Wenn der Anstieg der Nachfrage den Anstieg des Angebots übersteigt, könnten die Bestände abnehmen.

Investieren in Aluminium

Aktien

Anleger können ein indirektes Engagement im Aluminiumpreis eingehen, indem sie in börsennotierte Unternehmen investieren, die am Produktionszyklus von Hüttenaluminium beteiligt sind. Zu den Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung gehören United Company RUSAL (Russland), Rio Tinto PLC (Großbritannien), Alcoa Inc. (USA) und Aluminium Corporation of China Ltd (China).

Futures

Aluminium-Futures werden an Börsen in London, New York und Tokio gehandelt. Der am meisten gehandelte Aluminium-Terminkontrakt ist der an der Londoner Metallbörse, London Metal Exchange (LME), gehandelte Future mit dem Kürzel „AH“. Das zugrunde liegende Metall ist hochwertiges Hüttenaluminium. Die Kontraktgröße beträgt 25 Tonnen und die Notierung erfolgt in US-Dollar pro metrische Tonne. Der Ringhandel findet von 11:55–12:00 Uhr/12:55–13:00 Uhr (erste Sitzung) und von 15:15–15:20 Uhr/15:55–16:00 Uhr GMT (zweite Sitzung) statt. Der internationale Maßstab für Industriemetallpreise wird über den LME-Handel und durch die Käufer festgelegt.

Futures-Kontrakte werden in der Regel kurz vor ihrem Ablauf verkauft, um anschließend in einen neuen Kontrakt zu investieren. Mit diesem als „Rollen“ bezeichneten Prozess soll eine tatsächliche Lieferung des betreffenden Rohstoffs vermieden werden. Auf diese Weise wird ein kontinuierliches Rohstoffengagement ermöglicht. Die erworbenen Kontrakte können teurer sein als die verkauften Kontrakte, was bedeutet, dass die Terminkurve aufsteigend verläuft, und was für die Anlageerträge negativ ist. Diese Konstellation wird als „Contango“ bezeichnet. Sind die erworbenen Kontrakte dagegen billiger als die verkauften (fallende Terminkurve), ist dies aus Sicht der Anleger positiv. Einen solchen Kurvenverlauf nennt man „Backwardation“. Die Verluste bzw. Gewinne, die aus dem Rollen von Terminkontrakten entstehen, werden allgemein als „Rollrendite“ bezeichnet.

Börsengehandelte Produkte (Exchange Traded Products)

Man unterscheidet zwei Arten von Aluminium-ETPs: physische ETPs oder Produkte ohne physische Hinterlegung. Das Ziel von physisch besicherten Produkten besteht darin, eine Rendite zu erwirtschaften, die den Spotpreisbewegungen von Aluminium (abzüglich der jeweiligen Verwaltungs- und Lagerungsgebühren) entspricht. Produkte ohne physische Hinterlegung (Swap-basierte Produkte) bilden Indizes nach, die ein kontinuierliches Engagement in Aluminium-Futures und ihren Erträgen simulieren. Wer als Anleger in einen ETP oder ein anderes Finanzinstrument investiert, das Indizes nachbildet, die ein kontinuierliches Engagement in den Erträgen von Aluminium-Terminkontrakten ermöglichen, muss daher wissen, dass diese Erträge immer die Gewinne und Verluste umfassen, die daraus entstehen, dass der Kontrakt zur Aufrechterhaltung des Engagements gerollt wird – Gewinne, wenn sich die Terminkurve in Backwardation befindet, und Verluste im Fall einer Terminkurve in Contango. Die Gesamterträge aus einer Anlage in Rohstoff-Futures können daher stark von den im Spot-Preis oder im Terminkurs des nächstfälligen Kontrakts implizierten theoretischen Erträgen abweichen.

Beispiele für Indizes, die ein Engagement in Aluminium-Futures ermöglichen, sind der Dow-Jones UBS Aluminium Subindex, der Bloomberg CMCI Aluminium Index, der S&P GSCI Aluminium Index und der Barclays Capital Commodity Index Aluminium Pure Beta (USA).

Weitere Informationen finden Sie auch auf ETF Securities unter ETPedia.

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Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.