Investieren in Gold
Fakten über das Investieren in Gold.

Gold ist ein gelblich glänzendes Edelmetall, das als Wertaufbewahrungs- und Zahlungsmittel verwendet sowie zu Schmuck verarbeitet wird. Es ist unzerstörbar, aber dennoch formbar, und der Wert von Gold wird überall auf der Welt anerkannt. Eine weitere positive Eigenschaft ist seine gute Leitfähigkeit für Elektrizität und Wärme, sodass Gold nicht nur als Wertanlage dient, sondern auch in der Industrie eingesetzt werden kann, wo es zum Teil mit anderen Metallen legiert wird. Die oberirdischen Goldbestände sind im Vergleich zur Fördermenge äußerst umfangreich. Ein plötzlicher Anstieg der Goldnachfrage kann daher durch den Verkauf bestehender Bestände gedeckt werden.

Gold wird aus zermahlenem Gestein oder sulfidischen Erzen gewonnen. Goldpartikel können durch Schwerkraftaufbereitung oder Laugungsverfahren aus goldhaltigem Gestein extrahiert werden. Die Gewinnung aus sulfidischen Erzen erfolgt über eine Kombination aus Flotations-, Röst- und Laugungstechniken. Mit beiden Verfahren erhält man unraffinierte Barren aus Gold, Silber und anderen Verunreinigungen. Man spricht in diesem Fall von Rohgold. Dieses Rohgold wird anschließend zu Feingold mit einem Goldgehalt von 99,99 Prozent raffiniert und weltweit verkauft.

Gold wird vor allem zu Schmuck verarbeitet. Die Maßeinheit für den Feingehalt von Gold ist Karat. Das Edelmetall kann auch in der Industrie eingesetzt werden, zum Beispiel in elektrischen Leitern und Kontakten, in der Elektronik, als Zahnersatz, in medizinischen Geräten sowie in der Chemie und Fotografie.

Investieren in Gold: Marktübersicht

Gold-Angebot

Zwischen 2005 und 2012 leistete China mit einem Produktionsanstieg von nahezu 93 Prozent den größten Beitrag zum weltweiten Anstieg des Goldangebotes. Dem steht eine stagnierende oder rückläufige Produktion in anderen großen Erzeugerländern wie Australien, den USA und Südafrika gegenüber. In Südafrika ist das Angebot innerhalb dieser sieben Jahre infolge der abnehmenden Rentabilität der Minen gar um 44 Prozent gesunken. Im Fünfjahreszeitraum von 2008 bis 2012 lag der durchschnittliche Anteil der Bergbauproduktion am Gesamtangebot von Gold bei 61 Prozent. 2012 bauten China, Australien und die USA am meisten Gold ab.

Gold-Nachfrage

Auf der Nachfrageseite stand Ende 2012 die Schmuckbranche mit einem Anteil von 49 Prozent an der Goldnachfrage auf dem ersten Platz. Dem World Gold Council zufolge ging der größte Nachfrageanstieg jedoch von der Anlagebranche aus. Im Fünfjahreszeitraum bis Ende 2012 stieg die Nachfrage gemessen am Wert um rund 435 Prozent. Die Sektoren Industrie und Technik kamen für rund 11 Prozent der Nachfrage und der offizielle Sektor für knapp 20 Prozent der oberirdischen Goldbestände auf.

Wichtige Faktoren und Trends

Geldpolitik und Inflation

In Zeiten umfangreicher geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen und hoher Inflation entwickelt sich Gold generell gut. Im Gegensatz zu Währungen, die von den Zentralbanken vermehrt werden können, ist Gold nur begrenzt verfügbar und gilt somit als wertbeständig.

Börsengehandelte Produkte (Exchange Traded Products

Durch börsengehandelte Goldprodukte (ETPs) können Anleger an der Preisentwicklung von Bullionmünzen am Spotmarkt partizipieren. Physische Goldprodukte sind durch sicher verwahrte Bullionmünzen hinterlegt. Das erste Gold-ETP wurde im April 2003 an die australische Börse gebracht. Die Gold-ETPs erwiesen sich als erfolgreich. So sind ähnliche Produkte inzwischen an 30 Börsen rund um die Welt notiert, und das verwaltete Vermögen ist seit der Erstauflegung drastisch gestiegen. Anleger schätzen Gold ETPs als kosteneffiziente und sichere Möglichkeit, sich am Goldmarkt zu engagieren, ohne den Rohstoff physisch austauschen zu müssen.

Zentralbanken

In den vergangenen Jahren haben die Zentralbanken ihre Goldstrategie geändert. Zwei Jahrzehnte lang hatten sie mehr Gold an den Privatsektor abgestoßen als gekauft. 2009 leiteten sie jedoch eine Trendwende ein, und seitdem sind ihre Nettokäufe jährlich gestiegen. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass die Währungshüter der Schwellenländer immer mehr Gold kaufen, um ihre externen Reserven zu diversifizieren. Darüber hinaus sind die Goldverkäufe der europäischen Zentralbanken nach Ausbruch der Wirtschaftskrise deutlich gesunken. Setzt sich dieser Trend fort, könnten die Bestände des offiziellen Sektors, insbesondere die Käufe durch die Zentralbanken, die weltweite Nachfragedynamik von Gold stärker beeinflussen.

Portfoliodiversifizierung und Risikoabsicherung

Da Gold traditionell eine niedrige Korrelation mit den meisten anderen Anlageklassen aufweist, wird es gern zur Diversifizierung von Portfolios eingesetzt, vor allem im Rahmen von langfristig ausgewogenen Strategien. In der Vergangenheit hat sich Gold in Zeiten extremer wirtschaftlicher Turbulenzen besser entwickelt als Aktien und andere Risikoanlagen. Der Rohstoff gilt als wichtige Absicherung gegen hohe Volatilität, da er normalerweise wenig mit dem breiteren wirtschaftlichen Umfeld korreliert.

Investieren in Gold

Münzen und Barren

Anleger können eine Vielzahl von Gold-Bullion-Münzen erwerben, die von Regierungen weltweit ausgegeben werden. Die Stückelung der Gold-Anlagemünzen reicht von 1/20 Unzen bis zu 1.000 Gramm. Die gängigsten Größen (in Feinunzen) sind 1/20, 1/10, 1/4 und 1 Unze.

Goldbarren sind in einer Vielzahl von Gewichten und Größen von einem Gramm bis zu 400 Feinunzen (London Good Delivery Barren) erhältlich. Anleger können aus verschiedenen Goldbarren auswählen, die alle den Mindestfeingehalt von 99,95 Prozent aufweisen.

Goldminenaktien

Kupfer-Futures werden an der Londoner Metallbörse London Metal Exchange (LME) gehandelt. LME-Kupfer-Futures sind die meist gehandelten Kupfer-Terminkontrakte. Das Kontrakt-Kürzel lautet „CA“ und das zugrundeliegende Metall ist „Grade A“-Kupfer. Die Kontraktgröße beträgt 25 Tonnen, und die Notierung erfolgt in US-Dollar pro metrische Tonne. Die Ringhandel findet von 12.00–12.05 Uhr/12.30–12.35 Uhr (erste Sitzung) und von 15.10–15.15 Uhr/15.50–15.55 Uhr (zweite Sitzung) statt.

Futures-Kontrakte werden in der Regel kurz vor ihrem Ablauf verkauft, um anschließend in einen neuen Kontrakt zu investieren. Mit diesem als „Rollen“ bezeichneten Prozess soll eine tatsächliche Lieferung des bestreffenden Rohstoffs vermieden werden. Auf diese Weise wird ein kontinuierliches Rohstoffengagement ermöglicht. Die erworbenen Kontrakte können teurer sein als die verkauften Kontrakte, was bedeutet, dass die Terminkurve aufsteigend verläuft, und was für die Anlageerträge negativ ist. Diese Konstellation wird als „Contango“ bezeichnet. Sind die erworbenen Kontrakte dagegen billiger als die verkauften (fallende Terminkurve), ist dies aus Sicht der Anleger positiv. Einen solchen Kurvenverlauf nennt man „Backwardation“. Die Verluste bzw. Gewinne, die aus dem Rollen von Terminkontrakten entstehen, werden allgemein als „Rollrendite“ bezeichnet.

Golddepots

Ein „zugewiesenes“ Depot wird von einem Händler im Namen eines Kunden geführt. Dabei werden dem Kunden eindeutig identifizierbare Goldbarren zugeteilt und von den anderen Metallbeständen des Händlers getrennt in einem Tresorraum verwahrt. Das Gold befindet sich vollständig im Eigentum des Kunden, und der Händler fungiert als Verwahrstelle.

An den Märkten von London und Zürich wird in erster Linie sammelverwahrtes Gold gehandelt und abgewickelt. Bei sammelverwahrtem Gold sind dem Besitzer keine bestimmten Barren zugewiesen; er verfügt lediglich über das Recht auf eine Goldlieferung in einem bestimmten Umfang.

Futures

Der am weitesten verbreitete Terminkontrakt ist der COMEX Gold Future der CME Group, der in New York unter dem Kürzel „GC“ gehandelt wird. Die Kontraktgröße beträgt 100 Feinunzen, und die Notierung erfolgt in US-Dollar und -Cent. Gehandelt wird der Kontrakt zwischen 8.20 und 13.30 Uhr ostamerikanischer Zeit (ET). Das Gold muss einen Mindestfeingehalt von 99,5 Prozent aufweisen.

Futures-Kontrakte werden in der Regel kurz vor ihrem Ablauf verkauft, um anschließend in einen neuen Kontrakt zu investieren. Mit diesem als „Rollen“ bezeichneten Prozess soll eine tatsächliche Lieferung des bestreffenden Rohstoffs vermieden werden. Auf diese Weise wird ein kontinuierliches Rohstoffengagement ermöglicht. Die erworbenen Kontrakte können teurer sein als die verkauften Kontrakte, was bedeutet, dass die Terminkurve aufsteigend verläuft, und was für die Anlageerträge negativ ist. Diese Konstellation wird als „Contango“ bezeichnet. Sind die erworbenen Kontrakte dagegen billiger als die verkauften (fallende Terminkurve), ist dies aus Sicht der Anleger positiv. Einen solchen Kurvenverlauf nennt man „Backwardation“. Die Verluste bzw. Gewinne, die aus dem Rollen von Terminkontrakten entstehen, werden allgemein als „Rollrendite“ bezeichnet.

Börsengehandelte Produkte (Exchange Traded Products)

Man unterscheidet zwei Arten von Gold-ETPs: physische ETPs oder Produkte ohne physische Hinterlegung. Das Ziel von physischen Produkten besteht darin, eine Rendite zu erwirtschaften, die den Spotpreisbewegungen von Gold (abzüglich der jeweiligen Verwaltungs- und Lagerungsgebühren) entspricht. Produkte ohne physische Hinterlegung (Swap-basierte Produkte) bilden Indizes nach, die ein kontinuierliches Engagement in Gold-Futures und ihren Erträgen simulieren. Wer als Anleger in ein ETP oder ein anderes Finanzinstrument investiert, das Indizes nachbildet, die ein kontinuierliches Engagement in den Erträgen von Goldterminkontrakten ermöglichen, muss daher wissen, dass diese Erträge immer die Gewinne und Verluste umfassen, die daraus entstehen, dass der Kontrakt zur Aufrechterhaltung des Engagements gerollt wird – Gewinne, wenn sich die Terminkurve in Backwardation befindet, und Verluste im Fall einer Terminkurve in Contango. Die Gesamterträge aus einer Anlage in Rohstoff-Futures können daher stark von den im Spot-Preis oder im Terminkurs des nächstfälligen Kontrakts implizierten theoretischen Erträgen abweichen (siehe unten).

Beispiele für Indizes, die ein Engagement in Gold-Futures ermöglichen, sind: Dow Jones-UBS Gold Subindex, UBS Bloomberg CMCI Gold, NASDAQ Commodity Gold Index, S&P GCSI Gold Index (USA), Deutsche Bank Liquidity Commodity Index (USA) und COMEX Gold Futures (USA).

Weitere Informationen finden Sie auch auf ETF Securities unter ETPedia.

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