Start Rohstoffe Investieren in Kaffee

Investieren in Kaffee

1238
Investieren in Kaffee
Fakten über das Investieren in Kaffee.

Kaffee hat seinen Ursprung im Hochland von Äthiopien. Im 16. Jahrhundert eroberte das Getränk den Nahen Osten und hielt später über holländische Händler auch in Europa Einzug. Die Kaffeehauskultur breitete sich schnell in ganz Europa und den Vereinigten Staaten aus. Noch heute ist der Kaffeekonsum in diesen Regionen hoch.

Weltweit werden vor allem zwei Kaffeesorten gehandelt: Arabica und Robusta. Arabica-Kaffee weist normalerweise die höchste Nachfrage auf und gilt bei den meisten Anbietern als Premiumsorte. Im Gegensatz zu der empfindlicheren Arabica-Pflanze ist die Robusta widerstandsfähiger und weniger krankheitsanfällig. Futures-Kontrakte bieten in der Regel ein Engagement in einer bestimmten Kaffeesorte. Der Coffee C-Kontrakt ist beispielsweise die weltweite Benchmark für Arabica-Kaffee.

Als Kaffeebohnen werden die Samen der Kaffeefrucht bezeichnet, die in reifem Zustand fast wie Kirschen aussehen. Die Bohne kann nach der Entfernung von der Frucht auf zweierlei Weise verarbeitet werden: durch trockene oder nasse Aufbereitung. Die nasse Aufbereitung ist zwar teurer, verspricht aber eine bessere Kaffeequalität.

Marktübersicht

Kaffee-Angebot

Zwischen 2002/03 und 2012/13 lag das jährliche Produktionswachstum von Arabica-Kaffee im Bereich von minus 22 Prozent bis 17 Prozent. Innerhalb dieses 10-Jahres-Zeitraums gab es fünf Jahre, in denen ein Rückgang verzeichnet wurde. Diese offensichtlichen Schwankungen des globalen Angebots sind auf die starke Abhängigkeit von Umweltfaktoren zurückzuführen. In den letzten zehn Jahren hat sich das weltweite Angebot von Arabica-Kaffee um nur 4 Prozent erhöht. Der mit Abstand größte Kaffeeproduzent ist Brasilien, auf das 2012/2013 46 Prozent der weltweiten Arabica-Produktion entfielen.

Kaffee-Nachfrage

Der weltweite Kaffeeverbrauch hat sich in den letzten zehn Jahren um 25 Prozent erhöht. Ein Großteil dieser Zunahme ist auf die steigende Nachfrage in Schwellenländern zurückzuführen. Seit der Wirtschaftskrise 2008 hat die Nachfrage in der EU und in den USA nur leicht zugenommen. Im gleichen Zeitraum ist der Verbrauch in China dagegen um 268 Prozent, in Vietnam um 92 Prozent und auf den Philippinen um 54 Prozent gestiegen. Sollten sich die Löhne und Gehälter in den Schwellenländern in den kommenden Jahren weiter erhöhen, könnte der Aufwärtstrend beim Kaffeekonsum in diesen Ländern zu einer anziehenden globalen Nachfrage führen.

Kaffee-Handel

Zwischen 2002/03 und 2012/13 sind die weltweiten Importe um 26 Prozent gestiegen1. Die größten Nettoimporteure von Kaffee sind die EU und die USA mit einem Anteil von 41 bzw. 21 Prozent1 an den weltweiten Importen. Auf Brasilien entfallen 30 Prozent der EU-Importe und 25 Prozent der US-Importe. In den letzten fünf Jahren bestimmte jedoch größtenteils der Nachfrageanstieg in den Schwellenländern das Importwachstum.

Die weltweiten Exporte sind in den vergangenen zehn Jahren um 23 Prozent gestiegen1. Obwohl derzeit über ein Viertel der weltweiten Exporte aus Brasilien stammen, holen andere Länder auf. So verzeichnet Vietnam ein Exportwachstum von 53 Prozent, Indien von 78 Prozent und Ecuador von 95 Prozent.

Wichtige Faktoren und Trends

Brasilien

Brasilien ist der größte Kaffeeproduzent, auf den fast die Hälfte der weltweiten Arabica-Produktion entfällt. Weitere große Produzenten sind Indonesien und Vietnam, die sich vorwiegend auf die Produktion von Robusta-Kaffee konzentrieren. Aufgrund dieser beträchtlichen Marktkonzentration kann jegliche Veränderung der Angebots- und Nachfragedynamik in Brasilien starke Auswirkungen auf den weltweiten Kaffeehandel und die Preise von Arabica-Kaffee haben. Die brasilianische Regierung hat in der Vergangenheit Angebotsüberschüsse aufgekauft, um den Markt zu unterstützen. Höhere Produktionsraten in Brasilien können sinkende Preise zur Folge haben. Dieses Risiko steigt, wenn die Regierung nicht entsprechend eingreift.

Krankheiten

Hemileia vastatrix (auch bekannt als Kaffeerost) ist ein Pilz, der die Blätter der Arabica-Sträucher befällt und Ernteausfälle verursacht. In schweren Fällen stirbt sogar die gesamte Pflanze ab. Kaffeerost stellt somit für das weltweite Kaffeeangebot eine ernst zu nehmende Gefahr dar. Die Krankheit tritt in fast allen Kaffeeanbaugebieten auf. Besonders betroffen ist Mittelamerika, wo 2012/13 ein Befall von 53 Prozent verzeichnet wurde – der größte Schaden seit dem erstmaligen Auftreten der Krankheit in dieser Region. Das US-Landwirtschaftsministerium rechnet in seinen Prognosen zur Kaffeeproduktion in Mittelamerika und Mexiko für 2013/14 aufgrund der Ernteausfälle mit einem Produktionsrückgang von 8 Prozent.

Schwellenländer

Der Kaffeekonsum ist stark von dem verfügbaren Einkommen der Verbraucher abhängig. In der Vergangenheit war der höchste Verbrauch in den Industrieländern zu beobachten. In den kommenden Jahren könnte der Kaffeekonsum angesichts weiter steigender Löhne und Gehälter jedoch auch in den Schwellenländern deutlich steigen, vor allen in wichtigen Anbauländern wie Vietnam und Indonesien.

Investieren in Kaffee

Aktien

Ein indirektes Engagement am Kaffeemarkt ist durch eine Anlage in börsennotierte Unternehmen möglich, die in der Verarbeitung und im Vertrieb von Kaffee tätig sind. Hierzu zählen zum Beispiel Großunternehmen wie Nestlé (Muttergesellschaft von Nespresso) und Starbucks. Tata Coffee (Indien) bietet zudem ein indirektes Engagement am asiatischen Kaffeemarkt.

Futures

Der internationale Vergleichsindex für Kakaopreise ist der Intercontinental Exchange (ICE) Cocoa Futures mit dem Kürzel „CC“. Die Kontraktgröße entspricht 10 Tonnen. Gehandelt wird der Kontrakt in US-Dollar und US-Cent je Tonne. Die Liefermonate für den Kontrakt sind März, Mai, Juli, September und Dezember. Die Handelszeiten lauten 9.00–19.00 Uhr GMT (4.00–14.00 Uhr ET).

Futures-Kontrakte werden in der Regel kurz vor ihrem Ablauf verkauft, um anschließend in einen neuen Kontrakt zu investieren. Mit diesem als „Rollen“ bezeichneten Prozess soll eine tatsächliche Lieferung des bestreffenden Rohstoffs vermieden werden. Auf diese Weise wird ein kontinuierliches Rohstoffengagement ermöglicht. Die erworbenen Kontrakte können teurer sein als die verkauften Kontrakte, was bedeutet, dass die Terminkurve aufsteigend verläuft, und was für die Anlageerträge negativ ist. Diese Konstellation wird als „Contango“ bezeichnet. Sind die erworbenen Kontrakte dagegen billiger als die verkauften (fallende Terminkurve), ist dies aus Sicht der Anleger positiv. Einen solchen Kurvenverlauf nennt man „Backwardation“. Die Verluste bzw. Gewinne, die aus dem Rollen von Terminkontrakten entstehen, werden allgemein als „Rollrendite“ bezeichnet.

Börsengehandelte Produkte (Exchange Traded Products)

ETPs auf Kaffee bilden Indizes nach, die ein kontinuierliches Engagement an den Erträgen von Kaffee-Futures simulieren. Eine Investition am Kassamarkt für Kaffee ist aus Anlagesicht ungeeignet, da der Rohstoff dann physisch gehalten werden müsste. Wer als Anleger in einen ETP oder ein anderes Finanzinstrument investiert, das Indizes nachbildet, die ein kontinuierliches Engagement in den Erträgen von Terminkontrakten auf Kaffee ermöglichen, muss daher wissen, dass diese Erträge immer die Gewinne und Verluste umfassen, die daraus entstehen, dass der Kontrakt zur Aufrechterhaltung des Engagements gerollt wird – Gewinne, wenn sich die Terminkurve in Backwardation befindet, und Verluste im Fall einer Terminkurve in Contango. Die Gesamterträge aus einer Anlage in Rohstoff-Futures können daher stark von den im Spot-Preis oder im Terminkurs des nächstfälligen Kontrakts implizierten theoretischen Erträgen abweichen.

Indizes, die ein Engagement in Kaffee-Futures bieten, sind zum Beispiel der Dow Jones–UBS Coffee Subindex, der UBS Bloomberg CMCI Coffee und der Barclays Capital Commodity Index Coffee (USA).

Weitere Informationen finden Sie auch auf ETF Securities unter ETPedia.

TEILEN
Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.