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Investieren in Kakao

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Investieren in Kakao
Fakten über das Investieren in Kakao.

Kakao wächst auf Kakaobäumen, die vor allem in Regenwäldern und in Ländern nahe dem Äquator vorkommen. Die Ursprünge der Kakaofrucht reichen bis zu den alten Hochkulturen Südamerikas zurück. Über die spanischen Kolonien fand Kakao seinen Weg nach Europa. Die Europäer führten die Kakaobohne in Afrika ein, und heute ist der Kontinent der weltweit größte Kakaoproduzent.

Man unterscheidet zwei Typen von Kakaobohnen: Edelkakao und Konsumkakao. Konsumkakao dominiert seit rund fünfzig Jahren den größten Teil der weltweiten Kakaoproduktion. Die Anbausaison für Kakao ist ganzjährig, wobei die Haupterntezeit im September beginnt und sich bis in die ersten Monate eines neuen Jahres erstrecken kann. Kakao wird auf der gesamten Welt zur Herstellung von Schokolade und weiteren Produkten wie etwa Kakaobutter verwendet. Letztere kommt in einer Vielzahl von pharmazeutischen und kosmetischen Erzeugnissen zur Anwendung.

Kakao wird auf der gesamten Welt zur Herstellung von Schokolade und weiteren Produkten wie etwa Kakaobutter verwendet. Letztere kommt in einer Vielzahl von pharmazeutischen und kosmetischen Erzeugnissen zur Anwendung.

Investieren in Kakao: Marktübersicht

Kakao-Angebot

Der Anbau von Kakao konzentriert sich überwiegend auf den afrikanischen Kontinent. Von dort kamen im Jahr 2010/2011 73 Prozent der gesamten Weltmarktproduktion an Kakaobohnen. Zwischen 2002 und 2012 stieg die weltweite Produktion um 28 Prozent, wobei die Erntemengen schwanken können, da die Erträge äußerst sensibel auf eine Reihe von Umweltfaktoren reagieren. Zwischen 2002 und 2012 bewegten sich die jährlichen Wachstumsraten zwischen minus 10 Prozent und plus 18 Prozent. Die Elfenbeinküste und Ghana waren 2011–12 die beiden größten Produzenten von Kakaobohnen.

Kakao-Nachfrage

Der globale Kakaokonsum wird an der Menge der gemahlenen Kakaobohnen gemessen, da die Hersteller die Kakaobohnen entsprechend der Nachfrage nach Kakaoprodukten weiterverarbeiten. Zwischen 2002 und 2012 stieg die Nachfrage stetig um 28,5 Prozent an. Damit ist sie weit weniger schwankend als das Angebot. Der einzige innerhalb der letzten zehn Jahre zu verzeichnende Konsumrückgang ereignete sich im Jahr 2008/2009, als die Nachfrage im Verlauf der Wirtschaftskrise fiel. Die größten Verarbeitungsländer von Kakao in den Jahren 2011/2012 waren die Niederlande, die Elfenbeinküste und Deutschland. Zwar ist die Menge an gemahlenen Kakaobohnen ein zuverlässiger Maßstab für die Menge an weiterverarbeitetem Kakao, doch es lässt sich daraus nicht schließen, wo die Endprodukte konsumiert werden. Im Jahr 2010/2011 waren die größten Konsumentenländer von Kakao die Vereinigten Staaten (20 Prozent), Deutschland (9 Prozent), Frankreich (6 Prozent) und Großbritannien (6 Prozent).

Kakao-Handel

Zwischen 2006 und 2011 stiegen die Nettoeinfuhrmengen von Kakaobohnen um 11 Prozent. Die bedeutendsten Einfuhrländer waren die Vereinigten Staaten, Deutschland und Frankreich. Der größte regionale Handel mit einem Anteil von 54 Prozent des gesamten Welthandels findet zwischen Afrika und der EU statt (Stand 2010/2011).

Die weltweiten Gesamtausfuhren von Kakaobohnen entsprachen 2010/2011 87 Prozent der Gesamtproduktion. Dies illustriert den relativ niedrigen Eigenkonsum an Kakao in einigen der bedeutendsten Kakao anbauenden Länder. Die größte Exportregion von Kakaobohnen ist Afrika mit einem Anteil von 80 Prozent der weltweiten Gesamtausfuhren (Stand 2010/2011).

Wichtige Faktoren und Trends

Wetterphänomene und Umweltprobleme

Der Anbau von Kakao reagiert äußerst sensibel auf eine Reihe von Wetterbedingungen. Bei „El Niño“ handelt es sich um ein Wetterphänomen, welches das Niederschlagsverhalten in verschiedenen Erdregionen beeinflusst. Statistische Analysen der Internationalen Kakao-Organisation weisen darauf hin, dass „El Niño“ signifikante negative Auswirkungen auf den Kakaoanbau hat und zu einem Rückgang der globalen Jahresproduktion um durchschnittlich 2,4 Prozent führt.

Hinzu kommt, dass die intensive Landbewirtschaftung mit der Zeit zu einer Degradierung der Fruchtbarkeit der Böden führen kann. Die Gefahr geringerer Ernteerträge, die das Kakaoangebot beeinträchtigen können, kann durch nachhaltige land- und forstwirtschaftliche Methoden gemildert werden. Mittels Kompostierung und dem großflächigen Einsatz von Düngemitteln auf den Kakaoplantagen kann die Produktivität verbessert werden. Angesichts der anhaltenden Produktionssteigerung in den Entwicklungsländern gewinnen nachhaltige Landbaumethoden zunehmend an Bedeutung für die Sicherung der Ernteerträge.

Politische Entwicklungen

Politische Instabilität in einer Reihe Kakao anbauender Länder kann den weltweiten Handel mit Kakao stark beeinflussen. Die umstrittene Präsidentschaftswahl in der Elfenbeinküste, dem bedeutendsten Kakaoproduzenten, brachte 2010 die Kakaoausfuhren ins Stocken, was zu deutlichen Preiserhöhungen führte.

Krankheitsbefall

Angaben der World Cocoa Foundation zufolge gehen geschätzte 30–40 Prozent der potenziellen Kakao-Ernte durch Schädlings- und Krankheitsbefall verloren. Die Krankheiten der Kakaopflanze treten regional in unterschiedlichem Ausmaß auf. Dabei befallen die Pilze „Hexenbesen“ und „Frosty Pod Rot“ die Pflanze in Südamerika, während sich der „Swollen Shoot Virus“ sowie der Pilz „Vascular Streak Dieback“ in Afrika konzentrierten. Die „Schwarzfäule“ ist in Afrika, Südamerika und Asien verbreitet und führt zu einem geschätzten Verlust von 20–30 Prozent der globalen Kakao-Ernte6

Marktkonzentration

In den letzten zehn Jahren fand im globalen Wirtschaftssektor der Kakaoverarbeitung und des Kakaohandels eine bedeutende Konzentration statt. Dabei spielen die großen Handelsunternehmen Archer Daniels Midland (ADM), Barry Callebaut und Cargill eine dominierende Rolle. Im Jahr 2010 bestritten diese Unternehmen rund 40 Prozent der globalen Kakaoverarbeitung2. Seither hat eine weitere Konsolidierung stattgefunden. Es ist noch nicht klar, welche Auswirkungen dieses kontinuierliche Fortschreiten der Marktkonzentration auf den Kakaopreis haben wird.

Investieren in Kakao

Aktien

Anleger können über Aktienanlagen ein indirektes Engagement im Kakaomarkt eingehen. Der überwiegende Teil des Kakaoanbaus findet in privaten landwirtschaftlichen Betrieben statt. Anleger haben allerdings die Möglichkeit, Aktien von zwei oder drei der größten Kakao weiterverarbeitenden Unternehmen zu erwerben, die vom Kakaoanbau abhängig sind. Die drei größten börsennotierten Unternehmen sind Archer Daniel Midland, Barry Callebaut und Cargill.

Futures

Der internationale Vergleichsindex für Kakaopreise ist der Intercontinental Exchange (ICE) Cocoa Futures mit dem Kürzel „CC“. Die Kontraktgröße entspricht 10 Tonnen. Gehandelt wird der Kontrakt in US-Dollar und US-Cent je Tonne. Die Liefermonate für den Kontrakt sind März, Mai, Juli, September und Dezember. Die Handelszeiten lauten 9.00–19.00 Uhr GMT (4.00–14.00 Uhr ET).

Futures-Kontrakte werden in der Regel kurz vor ihrem Ablauf verkauft, um anschließend in einen neuen Kontrakt zu investieren. Mit diesem als „Rollen“ bezeichneten Prozess soll eine tatsächliche Lieferung des bestreffenden Rohstoffs vermieden werden. Auf diese Weise wird ein kontinuierliches Rohstoffengagement ermöglicht. Die erworbenen Kontrakte können teurer sein als die verkauften Kontrakte, was bedeutet, dass die Terminkurve aufsteigend verläuft, und was für die Anlageerträge negativ ist. Diese Konstellation wird als „Contango“ bezeichnet. Sind die erworbenen Kontrakte dagegen billiger als die verkauften (fallende Terminkurve), ist dies aus Sicht der Anleger positiv. Einen solchen Kurvenverlauf nennt man „Backwardation“. Die Verluste bzw. Gewinne, die aus dem Rollen von Terminkontrakten entstehen, werden allgemein als „Rollrendite“ bezeichnet.

Börsengehandelte Produkte (Exchange Traded Products)

Kakao-ETPs bilden Indizes nach, die ein kontinuierliches Engagement in einem Kakao-Future und seinen Erträgen simulieren. Eine Investition am Kassamarkt für Kakao ist aus Anlagesicht ungeeignet, da der Rohstoff dann physisch gehalten werden müsste. Wer als Anleger in ein ETP oder ein anderes Finanzinstrument investiert, das Indizes nachbildet, die ein kontinuierliches Engagement in den Erträgen von Kakao-Terminkontrakten ermöglichen, muss daher wissen, dass diese Erträge immer die Gewinne und Verluste umfassen, die daraus entstehen, dass der Kontrakt zur Aufrechterhaltung des Engagements gerollt wird – Gewinne, wenn sich die Terminkurve in Backwardation befindet, und Verluste im Fall einer Terminkurve in Contango. Die Gesamterträge aus einer Anlage in Rohstoff-Futures können daher stark von den im Spot-Preis oder im Terminkurs des nächstfälligen Kontrakts implizierten theoretischen Erträgen abweichen.

Indizes, die ein Engagement in Kakao-Futures bieten, sind zum Beispiel der Dow Jones–UBS Cocoa Subindex, der UBS Bloomberg CMCI Cocoa und der Barclays Capital Commodity Index Cocoa (USA).

Weitere Informationen finden Sie auch auf ETF Securities unter ETPedia.

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