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Investieren in Kupfer

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Investieren in Kupfer
Fakten über das Investieren in Kupfer.

Kupfer ist ein rötlich schimmerndes Metall, das nach Stahl und Aluminium am dritthäufigsten verwendet wird. Es ist sowohl form- und dehnbar als auch rostbeständig. Der Wert von Kupfer liegt in seiner Vielseitigkeit: Es ist überaus leitfähig und eignet sich allein oder in der Legierung mit anderen Metallen für eine Vielzahl von Verwendungszwecken.

Die Gewinnung von Kupfer erfolgt im Wesentlichen in drei Schritten: Aufbereitung der Erze, Schmelzen und Raffination. Die Aufbereitung der Kupfererze findet in den Minen statt, während die Schmelz- und die Raffinationsprozesse außerhalb des Bergwerks angesiedelt sind. Kupfer wird überwiegend im Tagebau gewonnen; ein kleiner Anteil wird unter Tage gefördert. Durch das Schmelzen wird das Kupfer von Verunreinigungen wie Eisen und Schwefel befreit. Zuletzt wird es durch die elektrolytische Raffination in raffiniertes Kupfer umgewandelt. An der Londoner Metallbörse wird ausschließlich raffiniertes Kupfer gehandelt.

Kupfer ist das Hauptmetall mit der höchsten Leitfähigkeit und daher sowohl in der industriellen Fertigung, vor allem in der Elektrotechnik, als auch bei der Strom- und Energieerzeugung unverzichtbar. Darüber hinaus wird Kupfer in der Kälte- und Klimatechnik, im Münzwesen, in der Baubranche, im Maschinenbau sowie in den Sektoren Telekommunikation und Transport eingesetzt.

Investieren in Kupfer: Marktübersicht

Kupfer-Angebot

Zwischen 2002 und 2012 stieg die weltweite Bergbauproduktion um 26 Prozent. Dieser Anstieg war überwiegend auf die höhere Produktion in China und Südamerika zurückzuführen. China und Peru verzeichneten in diesen zehn Jahren Steigerungsraten von 199 bzw. 54 Prozent. In Industrieländern wie den USA und Australien fiel das Wachstum im selben Zeitraum mit jeweils 4 Prozent hingegen niedrig aus. 2012 entfiel rund die Hälfte der weltweiten Kupferproduktion auf die größten drei Produzenten.

Die weltweite Produktion von raffiniertem Kupfer fällt höher aus als die Bergbauförderung und ist zwischen 2002 und 2012 um 33 Prozent gestiegen. Grund dafür ist die erhebliche Zunahme der raffinierten Produktion in China, die in diesen zehn Jahren bei 274 Prozent lag.

Kupfer-Nachfrage

Im Zehnjahreszeitraum von 2002 bis 2012 stiegen die weltweite Nachfrage nach raffiniertem Kupfer um 34 Prozent und der Verbrauch in China um 232 Prozent. Die Industrienationen meldeten einen gegenläufigen Trend. So sank der Verbrauch in den USA, in Japan und in Südkorea um 26, 15, bzw. 23 Prozent. 2012 entfielen 44 Prozent der weltweiten Nachfrage nach raffiniertem Kupfer auf China.

Kupfer-Handel

Zwischen 2002 und 2012 nahmen die weltweiten Importe von raffiniertem Kupfer um 15 Prozent zu. China ist mit Abstand der größte Importeur von raffiniertem Kupfer und kam 2012 für rund 37 Prozent der gesamten Importe auf. Obwohl das Land auch der größte Produzent von raffiniertem Kupfer ist, stammen beinahe ein Viertel des in China verbrauchten Kupfers aus dem Ausland.

Die weltweiten Exporte von raffiniertem Kupfer stiegen zwischen 2002 und 2012 um 23 Prozent. Größter Exporteur war im Jahr 2012 Chile mit 31 Prozent der weltweiten Kupferexporte. Zum zweitgrößten Kupferexporteur stieg Sambia auf, nachdem das Land seine Exporte zwischen 2002 und 2010 um 129 Prozent gesteigert hatte.

Wichtige Faktoren und Trends

Zyklizität des Rohstoffs

Durch seinen Einsatz im Baugewerbe, im Maschinenbau und bei der Energieerzeugung ist Kupfer ein stark zyklischer Rohstoff. Da die weltweite Nachfrage überwiegend von China ausgeht, reagiert der Kupferpreis sehr empfindlich auf Indikatoren des verarbeitenden Gewerbes in China sowie in anderen asiatischen Schwellenländern. Wenn die Schwellenmärkte ein hohes Wirtschaftswachstum mit einer steigenden Industrieproduktion verzeichnen, zieht normalerweise auch die Nachfrage nach zyklischen Rohstoffen wie Kupfer an.

Sinkender Erzgehalt

Der Kupferbergbau sieht sich einer Reihe von besonderen Problemen gegenüber, welche die globale Produktion beeinträchtigen können. Ein ernsthaftes Problem, vor allem für Erzeuger, die schon länger im Geschäft sind, wie Chile und die USA, ist der sinkende Erzgehalt. Er beeinträchtigt zum Beispiel die Produktion des weltgrößten Kupferbergwerks, Escondia in Chile. Der durchschnittliche Kupferanteil der geförderten Erze ist hier von 1,72 Prozent im vierten Quartal 2007 auf 0,97 Prozent im vierten Quartal 2011 gesunken. Dieser Rückgang drückt das Produktionsniveau und führt zu einem Anstieg der Kosten, da mehr Erz gefördert werden muss, um die gleiche Produktionsmenge zu erreichen.

Arbeitskämpfe und politische Lage

Arbeitskämpfe in Südamerika belasten den Mineralbergbau und die Kupfererzeugung der Region. In den wichtigsten Bergwerken ist das Produktionsniveau infolge von langanhaltenden Arbeitskämpfen und Umweltsorgen der lokalen Bevölkerung gesunken. Zusätzlich werden die Bergwerksbetreiber durch politische Maßnahmen wie Steuergesetze und Regulierungen beeinflusst, die letztlich ebenfalls zu einem Rückgang des Kupferangebots führen können.

Bestände

Die Bestände sind ein hilfreicher Indikator für die Nachfragedynamik in der Kupferindustrie. Änderungen der Kupfervorräte spiegeln Änderungen des Marktumfelds wider, und deutliche Zu- oder Abnahmen führen in der Regel zu entsprechenden Preiskorrekturen. Kurzfristige Bestandsänderungen können Anzeichen für zyklische Schwankungen der Produktion und des Verbrauchs sein. Langfristige Überschüsse oder Engpässe hingegen deuten auf strukturelle Veränderungen der weltweiten Angebots- und Nachfragesituation hin, zum Beispiel einen Rückgang des weltweiten Verbrauchs oder zusätzlichen Produktionsbedarf weltweit.

Investieren in Kupfer

Aktien

Anleger können ein indirektes Engagement in Kupfer eingehen, indem sie in börsennotierte Unternehmen investieren, die am weltweiten Kupferproduktionszyklus beteiligt sind. Zu den größten Unternehmen gehören Codelco, Freeport-McMoRan Copper & Gold, BHP Billiton Ltd. und Grupo Mexico.

Futures

Kupfer-Futures werden an der Londoner Metallbörse London Metal Exchange (LME) gehandelt. LME-Kupfer-Futures sind die meist gehandelten Kupfer-Terminkontrakte. Das Kontrakt-Kürzel lautet „CA“ und das zugrundeliegende Metall ist „Grade A“-Kupfer. Die Kontraktgröße beträgt 25 Tonnen, und die Notierung erfolgt in US-Dollar pro metrische Tonne. Die Ringhandel findet von 12.00–12.05 Uhr/12.30–12.35 Uhr (erste Sitzung) und von 15.10–15.15 Uhr/15.50–15.55 Uhr (zweite Sitzung) statt.

Futures-Kontrakte werden in der Regel kurz vor ihrem Ablauf verkauft, um anschließend in einen neuen Kontrakt zu investieren. Mit diesem als „Rollen“ bezeichneten Prozess soll eine tatsächliche Lieferung des bestreffenden Rohstoffs vermieden werden. Auf diese Weise wird ein kontinuierliches Rohstoffengagement ermöglicht. Die erworbenen Kontrakte können teurer sein als die verkauften Kontrakte, was bedeutet, dass die Terminkurve aufsteigend verläuft, und was für die Anlageerträge negativ ist. Diese Konstellation wird als „Contango“ bezeichnet. Sind die erworbenen Kontrakte dagegen billiger als die verkauften (fallende Terminkurve), ist dies aus Sicht der Anleger positiv. Einen solchen Kurvenverlauf nennt man „Backwardation“. Die Verluste bzw. Gewinne, die aus dem Rollen von Terminkontrakten entstehen, werden allgemein als „Rollrendite“ bezeichnet.

Börsengehandelte Produkte (Exchange Traded Products)

Man unterscheidet zwei Arten von Kupfer-ETPs: physische ETPs oder Produkte ohne physische Hinterlegung. Das Ziel von physischen Produkten besteht darin, eine Rendite zu erwirtschaften, die den Spotpreisbewegungen von Kupfer (abzüglich der jeweiligen Verwaltungs- und Lagerungsgebühren) entspricht. Produkte ohne physische Hinterlegung (Swap-basierte Produkte) bilden Indizes nach, die ein kontinuierliches Engagement in Kupfer-Futures und ihren Erträgen simulieren. Wer als Anleger in ein ETP oder ein anderes Finanzinstrument investiert, das Indizes nachbildet, die ein kontinuierliches Engagement in den Erträgen von Kupferterminkontrakten ermöglichen, muss daher wissen, dass diese Erträge immer die Gewinne und Verluste umfassen, die daraus entstehen, dass der Kontrakt zur Aufrechterhaltung des Engagements gerollt wird – Gewinne, wenn sich die Terminkurve in Backwardation befindet, und Verluste im Fall einer Terminkurve in Contango. Die Gesamterträge aus einer Anlage in Rohstoff-Futures können daher stark von den im Spot-Preis oder im Terminkurs des nächstfälligen Kontrakts implizierten theoretischen Erträgen abweichen (siehe unten).

Beispiele für Indizes, die ein Engagement in Kupfer-Futures ermöglichen, sind der Dow-Jones UBS Copper Subindex, der S&P GSCI Copper Index, der UBS Bloomberg CMCI Copper Index, der Barclays Capital Commodity Index Copper Pure Beta (USA) und der SummerHaven Copper Index (USA).

Weitere Informationen finden Sie auch auf ETF Securities unter ETPedia.

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