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Investieren in Silber

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Silberbarren Kilo und Philharmoniker
Fakten über das Investieren in Silber.

Silber ist ein weiß glänzendes Edelmetall mit hoher elektrischer und thermischer Leitfähigkeit. Das Edelmetall ist zwar härter als Gold, aber dennoch gut form- und dehnbar. Silber wurde über Tausende von Jahren für Ornamente und Gebrauchsgegenstände sowie als Handelsobjekt verwendet und bildete die Basis für viele Währungssysteme. Das Edelmetall ist in einigen Mineralien enthalten und kommt als Beimengung in Gold, Kupfer, Blei und Zink vor. Silber wird meist als Nebenprodukt beim Abbau dieser Metalle gewonnen.

Es gibt verschiedene Verfahren, um Silber aus Erzen zu gewinnen. Üblicherweise erfolgt die Herauslösung jedoch durch Cyanidlaugung. Das Erz wird zerkleinert, bevor im nächsten Schritt die Sulfidanteile durch Oxidation umgewandelt werden. Das aufgeschüttete Erz wird unter Zugabe von Wasser und einer Natriumcyanidlösung behandelt. Anschließend wird das Silber in der Regel mit Zink aus der Lösung ausgefällt. Zuletzt wird es gefiltert, geschmolzen und normalerweise zu Silberbarren verarbeitet. Mit dieser Produktionsmethode können auch Erze mit geringerem Silbergehalt verwertet werden.

Silber wird nicht nur für die Herstellung von Schmuck und Silberware verwendet, sondern auch industriell genutzt, unter anderem für Schalter, Kontakte und Sicherungen in Elektrogeräten, Elektronikgeräte, Batterien, Hart- und Weichlöten, Kernkraftwerke, Solarzellen, im Bereich der Wasseraufbereitung, in der Medizinbranche sowie als Katalysator.

Marktübersicht

Silber-Angebot

Zwischen 2002 und 2012 hat sich das weltweite Silberangebot um 21 Prozent erhöht. Dies war vorwiegend auf den Produktionsanstieg in Mexiko (100 Prozent) und Russland (250 Prozent) zurückzuführen. Der größte Silberproduzent ist Lateinamerika. 2012 entfielen auf Mexiko, Peru und Chile 40 Prozent der weltweiten Silberproduktion. In China und Australien sank die Produktion dagegen zwischen 2002 und 2012 um 8 bzw. 17 Prozent. Im Jahr 2012 stammten 75 Prozent des weltweit produzierten Silbers aus der Minenförderung. Der restliche Anteil wurde vor allem durch die Wiederaufbereitung von Altmetall gewonnen.

Silber-Nachfrage

Obwohl Silber wohl in erster Linie mit der Verarbeitung zu Schmuck in Verbindung gebracht wird, macht dieser Bereich nur 17 Prozent der gesamten Silbernachfrage am Downstream-Markt aus. Das Metall wird vor allem in der Industrie eingesetzt (Elektro-/Elektronikbereich, Katalysatoren, Hart-/Weichlote), die insgesamt 45 Prozent der Gesamtnachfrage nach Silber am Downstream-Markt auf sich vereint. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Einsatz von Silber in der Industrie um 38 Prozent erhöht. Positiv wirkte sich dabei das Wachstum in den Industrieländern aus. Inzwischen fällt jedoch die steigende industrielle Nachfrage aus China und den Schwellenländern stärker ins Gewicht, denn die Nachfrage aus China ist im Vierjahreszeitraum zwischen 2008 und 2012 um 133 Prozent gestiegen.

Silber wird außerdem in der Fotografie, der Münzprägung und der Herstellung von Silberware eingesetzt. Die Anlegernachfrage nach Silber hat insbesondere seit 2006, seit Einführung der ersten Exchange Traded Products (ETPs) auf Silber, zugenommen. Im Zeitraum 2006 bis 2012 erhöhte sich das Anlagevolumen bei Silber-ETPs um 360 Prozent.

Wichtige Faktoren und Trends

Gold/Silber-Ratio

Die Gold/Silber-Ratio gibt an, wie viele Unzen Silber für den Kauf einer Goldunze benötigt werden. Aufgrund der historischen Verwendung von Silber als Währung und Wertanlage besteht eine enge Verbindung zu Gold, die für Edelmetallanleger ein wichtiger Indikator ist. Die Korrelation mit Gold erweist sich auch bei der Einschätzung der Preisentwicklung als hilfreich.

Industrienachfrage

Silber gilt zwar als Edelmetall, ist jedoch durch eine gewisse Dualität gekennzeichnet: Denn der Preis von Silber ist zum einen von der Goldpreisentwicklung abhängig, zum anderen jedoch auch von industriellen Trends. Da über 40 Prozent der Gesamtnachfrage am Downstream-Markt auf den industriellen Bereich entfallen, korreliert der Silberpreis stark mit dem Konjunkturzyklus und der Industrienachfrage. Die Einsatzbereiche von Silber sind vielfältig. Dies kann den Silberpreis mitunter stützen, sollte sich das Wachstum in einem Industriezweig schwächer entwickeln als in anderen Bereichen.

Anlegernachfrage

Die Anlegernachfrage hat den Silberpreis in den letzten Jahren stark beeinflusst. Früher beschränkte sich die Silbernachfrage auf physische Barren. Mit der Einführung von ETPs und Derivaten auf Silber hat sich die Nachfrage nach Silber als Kapitalanlage allerdings verstärkt. Seitdem 2006 erstmals ein Silber-ETP angeboten wurde, wächst das Anlagevolumen jedes Jahr.

Volatilität

Historisch gesehen weist Silber eine höhere Preisvolatilität auf als Gold. Verantwortlich für die tendenziell deutlich stärkeren Preisschwankungen sind unter anderem die starke Abhängigkeit vom globalen Konjunkturzyklus sowie die verschiedenen Formen der Anlagemöglichkeiten.

Investieren in Silber

Münzen und Barren

Anleger können durch den Kauf von Silbermünzen oder -barren in physisches Silber investieren. Der Kauf oder Verkauf erfolgt über Edelmetallhändler. Besonders häufig gehandelt werden die Anlagemünzen American Eagle (USA), Maple Leaf (Kanada) und Britannia (Großbritannien). Silberbarren werden in verschiedenen Gewichtsklassen angeboten.

Minenaktien

Anleger können ein indirektes Engagement im Silberpreis eingehen, indem sie in börsennotierte Unternehmen investieren, die an der Förderung von Silber beteiligt sind. Zu den größten Unternehmen zählen Glencore Xstrata AG (Schweiz), Industrias Penoles SAB de CV (Mexiko), KGHM Polska Miedz SA (Polen), BHP Billiton Ltd. (Australien) und Goldcorp Inc. (Kanada).

Futures

Die weltweite Benchmark ist der in New York mit dem Kürzel „SI“ gehandelte Kontrakt COMEX Silver Future (CME Group). Die Kontraktgröße beträgt 5.000 Feinunzen, und der Parketthandel findet zwischen 8.25 und 13.25 Uhr ET statt. Das gemäß dem Kontrakt gelieferte Silber muss einen Feingehalt von mindestens 999 aufweisen.

Futures-Kontrakte werden in der Regel kurz vor ihrem Ablauf verkauft, um anschließend in einen neuen Kontrakt zu investieren. Mit diesem als „Rollen“ bezeichneten Prozess soll eine tatsächliche Lieferung des betreffenden Rohstoffs vermieden werden. Auf diese Weise wird ein kontinuierliches Rohstoffengagement ermöglicht. Die erworbenen Kontrakte können teurer sein als die verkauften Kontrakte, was bedeutet, dass die Terminkurve aufsteigend verläuft, und was für die Anlageerträge negativ ist. Diese Konstellation wird als „Contango“ bezeichnet. Sind die erworbenen Kontrakte dagegen billiger als die verkauften (fallende Terminkurve), ist dies aus Sicht der Anleger positiv. Einen solchen Kurvenverlauf nennt man „Backwardation“. Die Verluste bzw. Gewinne, die aus dem Rollen von Terminkontrakten entstehen, werden allgemein als „Rollrendite“ bezeichnet.

Börsengehandelte Produkte (Exchange Traded Products)

Es gibt zwei Arten von Silber-ETPs: physische und synthetische Produkte. Das Ziel von physischen Produkten besteht darin, eine Rendite zu erwirtschaften, die den Spotpreisbewegungen von Silber (abzüglich der jeweiligen Verwaltungs- und Lagerungsgebühren) entspricht. Produkte ohne physische Hinterlegung (Swap-basierte Produkte) bilden Indizes nach, die ein kontinuierliches Engagement in Silber-Futures und ihren Erträgen simulieren. Wer als Anleger in ein ETP oder ein anderes Finanzinstrument investiert, das Indizes nachbildet, die ein kontinuierliches Engagement in den Erträgen von Silber-Terminkontrakten ermöglichen, muss daher wissen, dass diese Erträge immer die Gewinne und Verluste umfassen, die daraus entstehen, dass der Kontrakt zur Aufrechterhaltung des Engagements gerollt wird – Gewinne, wenn sich die Terminkurve in Backwardation befindet, und Verluste im Fall einer Terminkurve in Contango. Die Gesamterträge aus einer Anlage in Rohstoff-Futures können daher stark von den im Spot-Preis oder im Terminkurs des nächstfälligen Kontrakts implizierten theoretischen Erträgen abweichen (siehe unten).

Indizes, die ein Engagement in Silber-Futures bieten, sind zum Beispiel der Dow-Jones UBS Silver Subindex, der Bloomberg CMCI Silver Index, der S&P GSCI Silver Index und der COMEX Silver Futures Index (USA).

Weitere Informationen finden Sie auch auf ETF Securities unter ETPedia.

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