Investieren in Sojabohnen.
Fakten über das Investieren in Sojabohnen.

Die Sojabohne ist eine Hülsenfrucht, die ursprünglich aus Ostasien stammt. Sie wächst hauptsächlich in warmen und heißen Klimazonen, und erst seit dem frühen 20. Jahrhundert werden Sojabohnen in bedeutenden Mengen in Europa und den USA angebaut. Heute stellen verarbeitete Sojabohnen den weltweit wichtigsten Grundstoff für Eiweißfuttermittel und Pflanzenöl dar. Hier erfahren Sie alle Fakten über das Investieren in Sojabohnen.

Sojabohnen wachsen auf einer Vielzahl von Bodenarten. Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen 80 bis 120 Tage. Nach der Ernte werden bei der Weiterverarbeitung von Sojabohnen zwei Nebenprodukte gewonnen: Sojaöl und Sojaschrot. Derzeit sind die USA der größte Sojabohnenproduzent der Welt. Ein Großteil der dort produzierten Menge ist gentechnisch verändert.

Aufgrund ihres hohen Proteingehalts werden Sojabohnen für die Herstellung einer Vielzahl von Lebensmitteln verwendet. Sojaschrot ist der wertvollste Bestandteil, der bei der Verarbeitung von Sojabohnen gewonnen wird, und macht 50–75 Prozent des Produktwerts aus. 98 Prozent des Sojaschrots werden als Futtermittel eingesetzt, der Rest wird für Lebensmittel, wie z. B. Backzutaten und Fleischersatzprodukte verwendet. Sojabohnen, Sojaschrot und Sojaöl können separat gehandelt werden.

Marktübersicht

Sojabohnen-Angebot

In den vergangenen zehn Jahren nahm die Sojabohnenproduktion weltweit um 36 Prozent zu. Für den Zeitraum zwischen 2011/2012 und 2022/23 wird mit einem Anstieg der globalen Produktionsmenge um 44 Prozent gerechnet . Die drei größten Produzenten, die USA, Brasilien und Argentinien, waren 2011/12 zusammen für 80 Prozent3 der weltweiten Gesamtproduktion verantwortlich. Es wird erwartet, dass ein Großteil des globalen Produktionsanstiegs in den kommenden zehn Jahren auf der Produktion in Südamerika basieren wird. Prognosen zufolge wird diese in Brasilien um 74 Prozent und in Argentinien um 73 Prozent zulegen. Die Produktion in China dürfte hingegen im selben Zeitraum um 22 Prozent abnehmen.

Sojabohnen-Nachfrage

In den vergangenen zehn Jahren legte der Sojabohnenverbrauch weltweit um 35 Prozent zu. Für den Zeitraum zwischen 2011/2012 und 2022/23 wird mit einem Anstieg der Nachfrage um 36 Prozent gerechnet. Die größten Konsumenten von Sojabohnen sind China, die USA und Brasilien. Sie waren 2011–12 zusammen für 63 Prozent3 der weltweiten Nachfrage verantwortlich. Für die kommenden zehn Jahre wird ein Anstieg des Sojabohnenverbrauchs in China um 58 Prozent sowie ein Zuwachs bei der Nachfrage in Brasilien und Argentinien um 30 Prozent bzw. 41 Prozent prognostiziert. Dem steht eine moderatere Zunahme von 14 Prozent des Verbrauchs in den USA gegenüber.

Handel

Seit 2000/01 hat der Sojabohnenimport um 82 Prozent zugenommen. Für die kommenden zehn Jahre wird mit einem weiteren Zuwachs von 60 Prozent gerechnet. China ist derzeit der größte Akteur im Sojabohnenhandel. 2011/12 machten die chinesischen Sojabohnenimporte weltweit 63 Prozent aus, und bis 2022/23 wird mit einem Anstieg auf 71 Prozent gerechnet. Der Marktpreis für Sojabohnen kann daher recht anfällig für Veränderungen der chinesischen Nachfrage sein.

Die beiden wichtigsten Exporteure von Sojabohnen sind Brasilien und die USA. Zwischen 2011/12 und 2022/23 wird mit einem Zuwachs der Exporte aus Brasilien von 76 Prozent gerechnet. Für die Exporte aus den USA wird dagegen ein Anstieg um 18 Prozent prognostiziert. Während Argentinien beim Export von Sojabohnen nur an dritter Stelle liegt, ist das Land jedoch der größte Exporteur von Sojaschrot und Sojaöl.

Wichtige Faktoren und Trends

Biotechnologie

Gentechnisch veränderte Sojabohnen spielen eine große Rolle auf dem globalen Sojabohnenmarkt. In den USA stieg die Anbaufläche für genetisch veränderte Sojabohnen zwischen 1997 und 2013 von 17 Prozent auf 93 Prozent. Unter einigen großen Importeuren herrscht nach wie vor deutliche Skepsis in Bezug auf den Einsatz von Biotechnologie beim Getreideanbau, wovon insbesondere Exporteure von nicht genetisch verändertem Soja aus Südamerika profitiert haben.

Sojarost

Sojarost ist eine schwere Pilzerkrankung, die Sojabohnenpflanzen befällt und weltweit für Ernteausfälle verantwortlich ist. Die Ausbreitung des Pilzes auf Südamerika wurde erstmals 2001 dokumentiert. 2004 trat er zum ersten Mal in den USA auf. Anfang November 2013 wurde Sojarost in 13 US-Bundesstaaten festgestellt, wobei hauptsächlich der Südosten des Landes betroffen war. Da 80 Prozent der weltweiten Gesamtproduktion aus den USA und Südamerika stammen, könnte die Verbreitung dieser Pilzerkrankung schwerwiegende Auswirkungen auf das globale Angebot haben.

Nachfrage nach Biodiesel

Sojabohnen sind ein wichtiger Rohstoff für die Herstellung von Biodiesel, das zwar in geringeren Mengen als Bioethanol produziert wird, jedoch in den USA und in Europa an Bedeutung als alternativer Biokraftstoff gewinnt. Biodiesel kann für Dieselmotoren eingesetzt werden und ist umweltfreundlicher als herkömmliche Brennstoffe. Einige Staaten haben mit dem Ziel der Reduzierung von Treibhausgasemissionen Maßnahmen zur Förderung von Biodiesel ergriffen, was sich positiv auf die Nachfrage auswirkt.

Crush Spread

Der Preis von Sojabohnen sollte auch vor dem Hintergrund der beiden wichtigsten Nebenprodukte betrachtet werden: Sojaöl und Sojaschrot. Der sogenannte „Crush Spread“ ist eine Handelsstrategie, die im Rahmen des Risikomanagements angewendet wird und bei der eine Kombination aus Future-Positionen in Sojabohnen, Sojaöl und Sojaschrot eingegangen wird, um eine Verarbeitungsmarge zu erzielen. Die beiden Nebenprodukte haben jeweils eine eigene Nachfrage- und Lieferkette, sind aber dennoch aneinander gekoppelt.

Investieren in Sojabohnen

Aktien

Investieren in Sojabohnen: Anleger können über Agrarunternehmen, die am Produktionsprozess und am Handel mit Sojabohnen beteiligt sind, ein Engagement im Sojabohnensektor aufbauen. Zu den börsennotierten Unternehmen mit einem Engagement in Sojabohnen gehören Bunge Limited und Archer Daniels Midland Company. Monsanto produziert genetisch veränderte Sojabohnensaat.

Futures

Sojabohnen werden an Börsen in aller Welt gehandelt, wobei der CME Group Chicago Board of Trade (CBOT) Soybeans Future als wichtigster Indikator für Preisveränderungen von Sojabohnen gilt. Die Kontraktgröße beträgt 5.000 Scheffel (rund 136 Tonnen), und die Kontraktmonate sind Januar, März, Mai, Juli, August, September und November. Sojabohnen-Futures tragen das Kürzel „S“ und ihr Preis wird in US-Cent je Scheffel angegeben. Sojaschrot-Futures werden in US-Dollar je US-Tonne gehandelt und Sojaöl-Futures in US-Cent je US-Pfund. Die Handelszeiten sind wochentags zwischen 8:30 Uhr und 13:15 Uhr Central Time.

Futures-Kontrakte werden in der Regel kurz vor ihrem Ablauf verkauft, um anschließend in einen neuen Kontrakt zu investieren. Mit diesem als „Rollen“ bezeichneten Prozess soll eine tatsächliche Lieferung des betreffenden Rohstoffs vermieden werden. Auf diese Weise wird ein kontinuierliches Rohstoffengagement ermöglicht. Die erworbenen Kontrakte können teurer sein als die verkauften Kontrakte, was bedeutet, dass die Terminkurve aufsteigend verläuft und für die Anlageerträge negativ ist. Diese Konstellation wird als „Contango“ bezeichnet. Sind die erworbenen Kontrakte dagegen billiger als die verkauften (fallende Terminkurve), wäre dies aus Sicht der Anleger positiv. Einen solchen Kurvenverlauf nennt man „Backwardation“. Die Verluste bzw. Gewinne, die aus dem Rollen von Terminkontrakten entstehen, werden allgemein als „Rollrendite“ bezeichnet.

Börsengehandelte Produkte (Exchange Traded Products)

Sojabohnen-ETPs bilden Indizes nach, die ein kontinuierliches Engagement in Sojabohnen-Futures und ihren Erträgen simulieren. Eine Investition am Kassamarkt für Sojabohnen ist aus Anlagesicht ungeeignet, da der Rohstoff dann physisch gehalten werden müsste. Wer als Anleger in einen ETP oder ein anderes Finanzinstrument investiert, das Indizes nachbildet, die ein kontinuierliches Engagement in den Erträgen von Sojabohnen-Terminkontrakten ermöglichen, muss daher wissen, dass diese Erträge immer die Gewinne und Verluste umfassen, die daraus entstehen, dass der Kontrakt zur Aufrechterhaltung des Engagements gerollt wird – Gewinne, wenn sich die Terminkurve in Backwardation befindet, und Verluste im Fall einer Terminkurve in Contango. Die Gesamterträge aus einer Anlage in Rohstoff-Futures können daher stark von den im Spot-Preis oder im Terminkurs des nächstfälligen Kontrakts implizierten theoretischen Erträgen abweichen (siehe unten).

Zu den Indizes, die ein Engagement in Sojabohnen-Futures bieten, gehören der Dow Jones–UBS Soybeans Subindex, der S&P GSCI Soybeans Index, der UBS Bloomberg CMCI Soybeans Index und der Teucrium Soybean Fund Benchmark Index (USA)

Weitere Informationen finden Sie auch auf ETF Securities unter ETPedia.

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