So können Sie in Weizen investieren.
Mit ETFs oder ETCs in Weizen investieren.

Weizen ist ein Getreide, das in weiten Teilen der Welt angebaut wird. In der Vergangenheit wuchs es in gemäßigten Klimazonen, und schon seit Urzeiten wird es als Nahrungsmittel angebaut. Da sich die Nutzung des ursprünglich wilden Getreides in den verschiedenen Völkern zunehmend verbreitete, kamen neue Weizensorten auf, mit denen eine nachhaltigere Versorgung sichergestellt werden sollte.

Jede Weizenart – z. B. roter, weicher Winterweizen, roter, harter Weizen, Hartweizen und Weißweizen um nur einige zu nennen – benötigt andere Wachstumsbedingungen, sodass sich die angebauten Arten von Land zu Land unterscheiden. Der rote, weiche Winterweizen kommt in der Regel in feuchteren Gebieten vor, die für Hartweizen ungeeignet sind. Winterweizen wird in den USA von September bis Dezember angebaut und Anfang Juli geerntet.

Weizen dient in erster Linie als Nahrungsmittel und deckt rund 20 Prozent des Kalorienbedarfs der Weltbevölkerung. Das Eiweiß Gluten macht Weizen zu einem äußerst vielseitigen Getreide und dient einem Großteil der Weltbevölkerung als wichtige Eiweißquelle. Weizen wird in erster Linie für Mehl verwendet, kommt aber auch in Bierbrauereien und Whisky-Destillerien zum Einsatz, zur Herstellung von Speiseölen, als Stroh für Viehställe, Viehfutter, Heu sowie zur Herstellung von Zeitungspapier und anderen Produkten.

Investieren in Weizen Überblick

Weizen Angebot

In den letzten zehn Jahren hat die weltweite Weizenproduktion um 15 Prozent1 zugenommen, und zwischen 2011/12 und 2022/23 wird ein Anstieg des Angebots von 11 Prozent prognostiziert. Die Europäische Union und China sind derzeit die beiden größten Weizenproduzenten. China hat seine Weizenproduktion in den vergangenen zehn Jahren um 34 Prozent gesteigert, während sie in der EU lediglich um 7 Prozent gestiegen ist. In der ehemaligen Sowjetunion3 ist die Weizenproduktion 2011/12 zwar aufgrund extremer Witterungsverhältnisse um 33 Prozent zurückgegangen, allerdings wird erwartet, dass diese Gruppe von Ländern in den kommenden zehn Jahren einen erheblichen Anteil an der Steigerung der weltweiten Produktion haben wird.

Weizen Nachfrage

Zwischen 2002 und 2012 hat der Weizenverbrauch weltweit um 13 Prozent zugenommen, und in den kommenden zehn Jahren wird ein weiterer Anstieg von 7 Prozent erwartet. Die drei größten Abnehmer von Weizen sind die EU, China und Indien. Sie sind zusammen für fast die Hälfte des weltweiten Weizenverbrauchs verantwortlich. In China stieg die Nachfrage im vergangenen Jahrzehnt um 34 Prozent, wodurch sich die globale Weizennachfrage entsprechend erhöhte. In den Schwellenländern zeichnet sich ein wachsender Verbrauch von Weizen ab, während in den USA genau das Gegenteil der Fall sein dürfte. Hier wird die Nachfrage in den Jahren 2013/14 und 2014/15 voraussichtlich stark einbrechen und danach bis 2022 unverändert bleiben.

Weizen Handel

Anders als bei Mais und Sojabohnen sind die Anteile am weltweiten Handel von Weizen gleichmäßiger verteilt. Auf kein Land entfallen mehr als 10 Prozent der Gesamtimporte. Der weltweite Weizenhandel wird den Schätzungen zufolge zwischen 2013/14 und 2022/23 um 16 Prozent zunehmen, wobei sich die Importe vor allem auf die Schwellenländer konzentrieren dürften. Ägypten wird 2022 voraussichtlich der größte Weizenimporteur bleiben, und ein erheblicher Anteil am Anstieg der weltweiten Importe dürfte auf das Konto von Ländern in Afrika und im Nahen Osten gehen. China ist kein bedeutender Weizenimporteur und stützt sich im Wesentlichen auf seine eigene Produktion. Angesichts der beträchtlichen Nachfrage des Landes würden die Preise bei einer Veränderung der fundamentalen Lage in China allerdings äußerst empfindlich reagieren.

Die ehemalige Sowjetunion hat derzeit einen Anteil von 25 Prozent am weltweiten Export von Weizen. Die Ausfuhren traditioneller Exportnationen, wie die USA und Kanada, werden im kommenden Jahrzehnt voraussichtlich entweder stagnieren oder zurückgehen. In der EU wird dagegen mit einem Anstieg der Exporte deutlich über das Niveau der letzten zehn Jahre hinaus gerechnet. Die Exporte Russlands, der Ukraine und Kasachstans dürften bis 2022 um 55 Prozent zulegen, womit diese Länder einen beträchtlichen Beitrag zum prognostizierten Anstieg der weltweiten Weizenexporte leisten würden.

Wichtige Faktoren und Trends zu Weizen

Steigende Produktion in der ehemaligen Sowjetunion

Ausgehend von Prognosen des US-Landwirtschaftsministeriums könnte sich Russland bis 2023 zum größten Exporteur von Weizen entwickeln, und die gesamten Weizenexporte der ehemaligen Sowjetunion könnten fast das Doppelte der Exporte der USA erreichen. Sollten sich diese Prognosen als richtig erweisen, könnte dies erhebliche Auswirkungen auf das weltweite Weizenangebot haben. Aufgrund der unvorhersehbaren Witterungsbedingungen und schwankenden Ernteerträge der Region ist dann allerdings mit jährlichen Schwankungen des Weizenangebots und des Handels zu rechnen.

Schwellenmarktnachfrage nach Weizen

Die Weizennachfrage der Schwellenländer wird von zwei wesentlichen Faktoren beeinflusst: der steigenden Bevölkerungszahl und den wachsenden Einkommen. Es wird geschätzt, dass im Jahr 2030 zusätzlich eine Milliarde Tonnen Getreide benötigt werden, um eine Weltbevölkerung von 8,7 Mrd. Menschen zu ernähren. Außerdem könnte aufgrund wachsender Einkommen und verbesserter Ernährungsgewohnheiten der Anbau von Weizen als Viehfutter zunehmen. Dadurch könnten Schwellenländer in eine Importabhängigkeit von Industrieländern mit Weizenüberschüssen gezwungen werden.

Staatliche Interventionen in Weizen

China, Russland, die Ukraine und Kasachstan haben in der Vergangenheit bereits mehrmals Importzölle verhängt und Ausfuhrbeschränkungen beschlossen und dadurch das globale Angebot aus dem Gleichgewicht gebracht. Da diese Länder einen erheblichen Einfluss auf das Angebot und den Export von Weizen haben, könnten protektionistische Maßnahmen die Weizenpreise stützen, wenn die Märkte einen möglichen Rückgang des Welthandels einpreisen.

Witterungsbedingungen bei Weizen

Weizen – wie auch die meisten anderen Agrarrohstoffe – sind fundamental stark abhängig von den Witterungsbedingungen, die sehr wechselhaft sein können. Extreme Feuchte oder Trockenheit können den Ernteertrag schmälern und somit zu einer Verknappung des Angebots und einer entsprechenden Verteuerung des Weizens führen. Im Jahr 2012 etwa vernichteten Hitzewellen und Waldbrände einen Teil der Ernte in der ehemaligen Sowjetunion, woraufhin die Weizenproduktion und die Ausfuhren deutlich sanken. Der Weizenpreis stieg daher zwischen Juni und Juli 2012 in nur einem Monat um 25 Prozent.

Investieren in Weizen

Aktien

Anleger können über Agrarunternehmen, die am Produktionsprozess und am Handel von Weizen beteiligt sind, ein Engagement im Weizensektor aufbauen. Börsennotierte Unternehmen, die ein solches Engagement ermöglichen, sind unter anderem Archer Daniel Midland und Bunge, die ihren Firmensitz jeweils in den USA haben.

Futures

Weizen-Futures werden hauptsächlich an der Terminbörse CBOT (Chicago Board of Trade) der CME Group gehandelt. Sie tragen das Kürzel „W“ und werden in Einheiten von 5.000 Scheffeln (ca. 136 Tonnen) gehandelt. Den meisten Weizen-Kontrakten liegt roter, weicher Winterweizen zugrunde, der häufig auch als „Chicago-Weizen“ bezeichnet wird. Die an der CBOT gehandelten Weizen-Futures dienen allgemein als Referenz für die Weizenpreise und notieren in US-Cents je Scheffel. Die Kontraktmonate sind März, Mai, Juli, September und Dezember. Gehandelt werden die Futures wochentags zwischen 8:30 Uhr und 13:15 Uhr Central Time.

Futures-Kontrakte werden in der Regel kurz vor ihrem Ablauf verkauft, um anschließend in einen neuen Kontrakt zu investieren. Mit diesem als „Rollen“ bezeichneten Prozess soll eine tatsächliche Lieferung des betreffenden Rohstoffs vermieden werden. Auf diese Weise wird ein kontinuierliches Rohstoffengagement ermöglicht. Die erworbenen Kontrakte können teurer sein als die verkauften Kontrakte, was bedeutet, dass die Terminkurve aufsteigend verläuft, und was für die Anlageerträge negativ ist. Diese Konstellation wird als „Contango“ bezeichnet. Sind die erworbenen Kontrakte dagegen billiger als die verkauften (fallende Terminkurve), ist dies aus Sicht der Anleger positiv. Einen solchen Kurvenverlauf nennt man „Backwardation“. Die Verluste bzw. Gewinne, die aus dem Rollen von Terminkontrakten entstehen, werden allgemein als „Rollrendite“ bezeichnet.

Börsengehandelte Produkte (Exchange Traded Products)

Weizen-ETPs bilden Indizes nach, die ein kontinuierliches Engagement in Weizen-Futures und ihren Erträgen simulieren. Eine Investition am Kassamarkt für Weizen ist aus Anlagesicht ungeeignet, da der Rohstoff dann physisch gehalten werden müsste. Wer als Anleger in einen ETP oder ein anderes Finanzinstrument investiert, das Indizes nachbildet, die ein kontinuierliches Engagement in den Erträgen von Weizen-Terminkontrakten ermöglichen, muss daher wissen, dass diese Erträge immer die Gewinne und Verluste umfassen, die daraus entstehen, dass der Kontrakt zur Aufrechterhaltung des Engagements gerollt wird – Gewinne, wenn sich die Terminkurve in Backwardation befindet, und Verluste im Fall einer Terminkurve in Contango. Die Gesamterträge aus einer Anlage in Rohstoff-Futures können daher stark von den im Spot-Preis oder im Terminkurs des nächstfälligen Kontrakts implizierten theoretischen Erträgen abweichen.

Zu den Indizes, die ein Engagement in Weizen-Futures ermöglichen, gehören der Dow Jones–UBS Wheat Subindex, der S&P GSCI Wheat Index, der UBS Bloomberg CMCI Wheat Index und der Teucrium Wheat Fund Benchmark Index (USA).

Weitere Informationen finden Sie auch auf ETF Securities unter ETPedia.

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