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Swap-ETFs: Dividenden steuerfrei einstreichen

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Flexibel, preiswert und einfach – das sind Eigenschaften, die ETFs auszeichnen. Ein weiterer Vorteil kann sich aus der steuerlichen Behandlung ergeben. Das trifft insbesondere auf ETFs zu, bei denen die Indexreplikation über Swaps erfolgt. Solche Konstruktionen helfen nicht nur, Kosten zu sparen, sondern bieten auch die Möglichkeit, die Versteuerung von Dividenden zu umgehen.

Zwei Wege führen zum Ziel

Hintergrund ist, dass ein Index auf zwei Wegen abgebildet werden kann. Bei der „traditionellen“ Variante werden die ETFs exakt dem Index nachgebaut. Jede einzelne Aktie des Index wird mit ihrem entsprechenden Gewicht am Markt gekauft und zum ETF zusammengefasst. Diese Vorgehensweise wird auch als Direktabbildung oder Full Replication bezeichnet. Neben der Direktabbildung haben sich in den vergangenen Monaten Swap-basierte ETFs etabliert. Hierbei wird die Performance des unterliegenden Index von einem Swap-Partner garantiert. Dieser „tauscht“ die Performance des Index gegen die Performance eines Portfolios, das mit dem Mittelzufluss aufgebaut wird.

Keine Steuer auf Dividenden

Obwohl diese Vorgehensweise auf den ersten Blick kompliziert erscheinen mag, ergeben sich für den Anleger daraus mehrere Vorteile. Da der Swap-Partner die Gesamtperformance garantiert, fließen die Dividenden in Form von Kursgewinnen aus Finanztermingeschäften zu. Solche Kursgewinne fallen bei einem Kauf bis zum Stichtag Ende 2008 nicht unter die Abgeltungssteuer (Stichwort: Bestandsschutz), eine einjährige Haltedauer vorausgesetzt. De facto bleibt damit auch der Dividendenanteil im Swap- Ertrag steuerfrei. Wer die Bestandsschutzregelung nutzt und einen thesaurierenden Swap-ETF auf einen Performance-Index (Dividenden werden reinvestiert) noch in diesem Jahr kauft, kann den Fonds auch in ferner Zukunft gänzlich steuerfrei veräußern. Wer nach 2009 kauft, muss die im Swap einberechneten Dividenden nicht jedes Jahr versteuern, sondern erst, wenn er den ETF veräußert. Der Anleger kommt in den Genuss eines Steueraufschubs.

Swap-ETFs sind günstiger

Darüber hinaus ergeben sich Kostenvorteile: So fallen beispielsweise beim Erwerb von englischen oder irischen Aktien obligatorisch so genannte Stamp Dutys in Höhe von 1,0 bzw. 0,5 Prozent an. In Griechenland wiederum sind keine Aktien-OTC-Geschäfte möglich, so dass sämtliche Transaktionen über die Börse ablaufen müssen. Diese bei der direkten Abbildung des Index anfallenden Zusatzkosten trägt allein der Market Maker, der diese Belastungen wiederum an den Endkunden in Form eines erhöhten Spreads weitergibt. Bei einem Swap-Geschäft bleiben derartige indexfremde Gebühren außen vor, womit die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs (Spread) verringert werden kann. Auch die bei den regelmäßigen Indexanpassungen anfallenden Transaktionskosten können mit einem Swap-Geschäft umgangen werden. Die Sicherstellung der Zahlungsströme wird in diesem Fall vom Partner der Swap-Vereinbarung übernommen. Die so eingesparten Aufwendungen können sich dann in einer Verringerung der Managementgebühr widerspiegeln.

Der Preis ist ein höheres Risiko

Die Swap-Variante ist für den Anleger etwas rentabler, dafür ist sie allerdings auch leicht risikoreicher. Bei der Direktabbildung ist das gesamte Kapital als Sondervermögen investiert. Es gibt kein Emittentenrisiko. Bei Swap- Konstruktion besteht dagegen die Gefahr, dass der Swap-Partner Schiffbruch erleidet, also die aus dem Swap-Geschäft versprochene Performance nicht liefern kann. Jedoch ist diese Gefahr überschaubar, da der Gegenwert des Swaps nicht mehr als zehn Prozent des Fondsvermögens betragen darf. Der ETF-Anbieter muss also laufend die Erträge aus dem Swap realisieren und dann neue Kontrakte abschließen. Auf diese Weise liegt das Ausfallrisiko bei den meisten Produkten lediglich zwischen zwei und fünf Prozent. Weitere interessante Informationen über Swap-ETFs finden Sie in dem Artikel „Auf der richtigen Spur“ ab Seite 6.

Exklusiver Service

In der Praxis ist häufig auf den ersten Blick nicht zu erkennen, ob einem ETF eine Direktabbildung oder ein Swap zugrunde liegt. Orientierungshilfe leistet unsere große ETF-Datenbank. In der Spalte „Swap“ sind Swap-ETFs mit einem „s“ gekennzeichnet. Die Datenbank kann auch unter www.extra-funds.de eingesehen werden.

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