Diversifikation

Unter Diversifikation versteht man die Streuung von Vermögen auf mehrere unterschiedliche Anlageobjekte, um Wachstum zu sichern und einen Risikoausgleich zu erzielen. Die Wahrscheinlichkeit eines hohen Portfolioverlustes sinkt mit zunehmender Anzahl von verschiedenen Wertpapieren im eigenen Portfolio. Gerade für diesen Aspekt eigenen sich ETFs hervorragend, da bereits mit einer einzelnen Transaktion in einen breit diversifizierten Index investiert werden kann. Betrachten wir in diesem Beispiel den Effekt der Diversifikation anhand verschiedener Sektoren. Sektoren stellen einzelne Branchen der Wirtschaft in zusammengefassten Gruppen von ähnlichen Unternehmen dar.

Performance der verschiedenen Sektoren: Europa

Was auf den ersten Blick zunächst etwas verwirrend aussieht, ergibt bei näherer Betrachtung jedoch Sinn. Zunächst zur Beschreibung der Grafik: Jede Branche bzw. jeder Sektor wird mit einer eigenen Farbe dargestellt. So ist beispielsweise der Sektor Telekommunikation orange dargestellt. Oben erscheint stets der Sektor mit der besten Jahresperformance. Die anderen Sektoren folgen im Rang mit abnehmender Performance.

 

Performance europäischer Sektoren
Diversifikation Europa
Quelle: EXtra-Magazin, Performancedaten bereitgestellt von SSGA

Was fällt bei dieser Grafik auf? Alle Sektoren sind bunt gemischt. Es gibt keine klare Anordnung. Das bedeutet, dass im Zeitablauf kein Sektor konstant die beste Rendite generierte. Ist im Jahr 2013 der Telekommunikationssektor mit 36,4 Prozent noch Jahresgewinner, so ist er in 2016 mit -13,3 Prozent Jahresverlierer. Zur Orientierung und zum Vergleich finden Sie den MSCI Europe als Benchmark in gelber Farbe. Hätten Sie Anfang des Jahres 2013 in den Sektor Energie (blau) investiert, so hätten Sie in diesem Jahr mit 8,2 Prozent zwar eine positive, aber den anderen Sektoren unterlegene Rendite erwirtschaftet. Darauf folgen zwei Jahren mit negativer Renditen (-7,6 und -8,4 Prozent), wohingegen mit 32,8 Prozent die beste Sektorperformance im Jahr 2016 erziehlt wurde.

Der bunte Farbenmix zeigt es: Es ist sehr schwer vorherzusehen, welcher Sektor als Nächstes die beste Performance erzeugen wird. Durch Konjunkturphasen verläuft die Wirtschaft in unterschiedlichen Zyklen. Des Weiteren haben eine Vielzahl von Faktoren weiteren Einfluss auf die jeweilige Performance.

Performance der verschiedenen Sektoren: USA

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei der Betrachtung der US-Sektoren. Als Benchmark dient hier der S&P 500 (gelb).

Performance der US-Sektoren
Diversifikation USA
Quelle: EXtra-Magazin, Performancedaten bereitgestellt von SSGA

Ein gutes Beispiel stellt der Sektor Gesundheitswesen (dunkelgrün) dar. In den Jahren von 2013 bis 2015 zeigt dieser augenscheinlich konstant hohe Renditen, fällt jedoch in 2016 im Ranking hinter alle anderen mit der schlechtesten Performance. Auch in 2015 konnten nur vier der neun Sektoren eine positive Rendite ausweisen.

Diversifikation: Don’t put all your eggs in one basket

Die beiden Beispiele zeigen, dass man mit einer gezielten Sektorenauswahl eine deutlich bessere Performance erreichen kann, als mit einem breiten Index. Für Anleger, die etwa eine Sektor-Rotations-Strategie verfolgen wollen, kann ich Ihnen unseren Anlageleitfaden über Investieren in Branchen-ETFs empfehlen. Diese Strategie erfordert allerdings eine aktive Entscheidung des Anlegers in Abhängigkeit der den vorherrschenden Marktbedingungen. Der Anleger muss die unterschiedlichen Wertentwicklungen und Nachrichten der einzelnen Branchen laufend beachten und in seine Anlagestrategie einfließen lassen. Achten Sie darauf, dass die verschiedenen Sektoren nicht zu stark miteinander korrelieren, um eine bessere Diversifikation zu erreichen.

Ein nützliches Tool, um einen Überblick über die verschiedenen Sektoren zu behalten ist unser ETF Sektor-Monitor.

Wer keine Zeit und Lust für eine solche aktive Strategie hat, kann mit einem ETF auf einen breiten Marktindex dennoch profitieren. In beiden Beispielen wurde mit der jeweiligen Benchmark (MSCI Europe und S&P 500) trotzdem positive Renditen erzielt. Darüber hinaus brauchte man sich zusätzlich keinen Kopf über die richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkte und die Auswahl der Sektor-ETFs machen. Das Zauberwort heißt hier erneut: Diversifikation.

Noch einfacher geht eine breite Diversifizierung mit einem Portfolio-ETF. Hier findet in regelmäßigen Abständen ein automatisches Rebalancing statt. Dazu kann ich Ihnen unseren Anlageleitfaden für Portfolio-ETFs empfehlen.

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Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Franz Rieber Informationsorientierte Betriebswirtschaftslehre und hat einen Master-Abschluss in Finance & Banking. Seit 2016 ist Franz Rieber für die Isarvest GmbH tätig und für das Projektmanagement und die Kundenbetreuung verantwortlich.