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Wie sehen die Berechnungsmethoden für Indizes aus?

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Neben der Unterscheidung in Kurs- und Performance-Indizes legen die Indexanbieter auch unterschiedliche Berechnungsmethoden für die Gewichtung der einzelnen Indexmitglieder zugrunde.

Die Gewichtung nach der Höhe des Aktienkurses

Die einfachste Möglichkeit der Gewichtung erfolgt anhand der Aktienkurse. Dabei ergibt sich das Gewicht eines Indexmitglieds anhand des Anteils seines Aktienkurses an der Summe aller Aktienkurse im Index. Werte mit einem hohen Aktienkurs haben somit ein stärkeres Gewicht als Werte mit einem geringeren Aktienkurs, obwohl dieser an sich keine hohe Aussagekraft über die Bedeutung eines Unternehmens hat für einen Wirtschaftsraum hat. Bekannte Beispiele für diese Gewichtungsmethode sind der Dow Jones Industrial Average und der japanische NIKKEI 225.

Gewichtung nach Marktkapitalisierung

Die meisten Indizes werden nach der Marktkapitalisierung der Indexmitglieder gewichtet. Hierzu werden die Aktienkurse mit der Anzahl der ausgegebenen Aktien multipliziert und zur Bestimmung der Gewichtung benutzt. Der Vorteil liegt in der Abbildung der wahren Bedeutung eines Unternehmens für die Gesamtwirtschaft. Heutzutage werden als Basis zur Ermittlung der Marktkapitalisierung oft nicht alle existierenden Aktien zugelassen, sondern nur diejenigen, die sich nicht im Dauerbesitz eines langfristigen Großaktionärs sind. Die Aktien, die sich im freien Handel befinden werden als Streubesitz oder Free Float bezeichnet. Der deutsche Aktienindex (DAX) ist ein Beispiel für einen nach Marktkapitalisierung nach Streubesitz gewichteten Index.

Gleichgewichtete Indizes

Eine weitere sehr einfache Methode zur Gewichtung der Indexmitglieder ist die Gleichgewichtung. Hierzu wird den einzelnen Werten unabhängig von ihren Eigenschaften dasselbe Gewicht zugeordnet und in bestimmten, vorher festgelegten Abständen angepasst.

Fundamental gewichtete Indizes

Einen grundsätzlich anderen Weg gehen die die FTSE Group und Standard & Poor’s bei der Gewichtung der Indexmitglieder. Die Gewichtung erfolgt anhand fundamentaler Unternehmenskennzahlen wie beispielsweise Buchwert, Cash-Flow, Umsatz oder dem kurs-Gewinn-Verhältnis.

Die Zusammensetzung eines Index hängt also sehr stark von dem zugrunde gelegten Regelwerk ab. Die Aufnahme einer Aktie in einen Index ist dabei von großer Bedeutung für die Wertentwicklung dieser. Zu unterscheiden ist hier zwischen direkten Auswirkungen, da es beispielsweise in Folge von Indexabbildungen und Hedge-Geschäften zu einer erhöhten Nachfrage nach diesen Werten kommen kann und indirekten Folgen. Diese umfassen beispielsweise die Steigerung des Bekanntheitsgrades vor allem international, aber auch national. Überdies stehen die Unternehmen des DAX beispielsweise besonders im Fokus des Interesses, was eine besonders umfassende Informationsbereitstellung im Zuge erhöhter Berichterstattungspflichten zur Folge hat.

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